Herzlich willkommen zum letzten Tag unserer Aktionswoche 2026! Eine Woche lang haben wir gemeinsam gezeigt: Die Österreichische Gebärdensprache und die damit verbundenen Rechte betreffen alle Lebensbereiche.
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Wir haben darüber gesprochen,
- wie wichtig früher Zugang zu Sprache und Bildung ist,
- warum barrierefreie Gesundheitsversorgung selbstverständlich sein muss,
- weshalb gleiche Chancen in Arbeit und Beruf entscheidend sind,
- warum Kunst und Kultur unsere Identität stärken
- und weshalb gehörlose Menschen zugleich
- als Menschen mit Behinderungen und als Angehörige einer sprachlichen und kulturellen Minderheit anerkannt werden müssen.
Dabei wurde eines deutlich: Seit der Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache vor 21 Jahren wurden wichtige Entwicklungen angestoßen. Das Bewusstsein für Inklusion, Barrierefreiheit und Sprachenrechte ist gewachsen. Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention wurden wichtige menschenrechtliche Verpflichtungen übernommen. Auch neue ÖGS-Lehrpläne und einzelne barrierefreie Angebote zeigen, dass Fortschritte möglich sind. Doch viele dieser Entwicklungen sind noch nicht flächendeckend, verbindlich oder nachhaltig umgesetzt.
Anerkennung und punktuelle Verbesserungen allein reichen nicht aus. Rechte müssen im Alltag spürbar werden. Sie müssen in Gesetzen, politischen Entscheidungen, Budgets, öffentlichen Strukturen und konkreten Maßnahmen dauerhaft verankert und umgesetzt werden. Was braucht es jetzt? Es braucht den politischen Willen, bestehende Barrieren konsequent abzubauen und die Rechte gehörloser Menschen dauerhaft zu sichern. Die Forderungen liegen seit Langem auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, sie verbindlich und gemeinsam mit der Gehörlosengemeinschaft umzusetzen.
Es braucht:
- die konsequente Umsetzung der Sprachenrechte der Österreichischen Gebärdensprache in allen Lebensbereichen,
- verbindliche gesetzliche Regelungen statt einzelner Ausnahmen und freiwilligen Lösungen,
- ausreichend und langfristiig gesicherte finanzielle und personellen Ressourcen, die verbindliche Einbindung gehörloser Expert:innen und ihren Selbstvertretungsorganisationen bei politischen Entscheidungen,
- den Ausbau von Bildung, Forschung und Ausbildung in und über ÖGS,
- die Anerkennung gehörloser Menschen als sprachliche und kulturelle Minderheit,
- und das klare Bekenntnis, dass Barrierefreiheit, sprachliche Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe keine freiwilligen Zusatzleistungen sind, sondern Menschenrechte sind.
Eine Sprache ist erst dann tatsächlich anerkannt, wenn Menschen sie überall selbstverständlich verwenden können: in der Bildung, im Gesundheitswesen, am Arbeitsplatz, in der Justiz, in Kunst und Kultur, bei Behörden, in den Medien und im gesamten öffentlichen Leben. Genau dafür setzt sich der ÖGLB jeden Tag ein. Doch Veränderung entsteht nicht allein durch politische Entscheidungen. Sie entsteht auch durch eine starke und solidarische Gemeinschaft. Unsere Gehörlosengemeinschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht, weil Menschen gemeinsam für ihre Rechte eingestanden sind.
Jede und jeder Einzelne trägt dazu bei. Jede Erfahrung, jede Forderung und jedes Engagement machen unsere Gemeinschaft sichtbarer und stärker. Darauf können wir stolz sein. Gemeinsam zeigen wir: ÖGS ist mehr als Kommunikation!
- ÖGS ist Identität.
- ÖGS ist Kultur.
- ÖGS ist ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft.
Lasst uns auch nach dieser Aktionswoche gemeinsam weiter daran arbeiten, dass aus Anerkennung verbindliche Rechte und tatsächliche Umsetzung werden.
Vielen Dank, dass ihr diese Woche gemeinsam mit uns gestaltet habt. Bleibt dran: Im Laufe des Tages veröffentlichen wir unser letztes Community-Video mit einer spannenden Frage und einer Gewinnmöglichkeit. Mitmachen lohnt sich – denn eure Erfahrungen, eure Perspektiven und euer Engagement machen unsere Gemeinschaft stark.
