Am Samstag, den 28. Februar, haben die USA und Israel einen großen Angriff gegen den Iran begonnen. Wir bringen dich auf den neuesten Stand und erklären kurz, wie es zu diesem Krieg gekommen ist und was das für Österreich bedeutet.
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Mehrere Tausend Raketen und Drohnen wurden von beiden Seiten abgefeuert. Viele Kampfflugzeuge und Schiffe sind ebenfalls im Einsatz. Als Gegenangriff hat der Iran weitere Länder im Nahen Osten bombardiert. Iran hat auch die wichtige Meerenge, die Straße von Hormus, für den Öltransport geschlossen. Laut der NGO „Iranischer Roter Halbmond“ sind mindestens 555 Menschen im Iran verstorben, darunter auch der oberste iranische Führer Ali Khamenei.
Was bedeutet das für Österreich? Laut Außenministerium sind 17.700 Österreicher:innen im Krisengebiet registriert, rund 2.600 davon sind Reisende. Das Bundesheer kann derzeit keine Evakuierungen anbieten, da alle drei Hercules-Transportflugzeuge momentan nicht einsatzfähig sind. Der gesamte Luftraum in der Region ist gesperrt oder zumindest sehr eingeschränkt.
In Österreich spürt man den Konflikt auch an der Tankstelle, denn der Iran ist für den globalen Ölmarkt sehr wichtig. Rund 4 % der globalen Ölproduktion stammen aus dem Iran. Noch bedeutender ist aber die Schließung der Straße von Hormus: Rund 20 % des weltweiten Öls werden durch diese Passage transportiert.
Die nächsten Fragen sind: Warum – und warum ausgerechnet jetzt? Der Iran fördert seit Jahrzehnten den internationalen Terrorismus. Auch sein Atomprogramm sorgt für große Spannungen, da die Sorge besteht, dass Atomwaffen produziert werden könnten. Im letzten Jahr haben Israel und die USA bereits mehrere Atomanlagen bombardiert. Das iranische Volk wird zudem vom totalitären Regime stark unterdrückt; im vergangenen Jahr wurden Tausende Demonstrant:innen getötet. US-Präsident Trump hat dem Volk ebenfalls Unterstützung zugesagt.
Ist dieser Krieg also gerechtfertigt? Laut Völkerrechts-Expert:innen – nein. Die USA und Israel haben widersprüchliche Kriegsziele angegeben. Nach den Angriffen auf die iranischen Atomanlagen im vergangenen Juli erklärte US-Präsident Donald Trump, dass vom Iran keine nukleare Bedrohung mehr ausgehe. Zudem gibt es keine Beweise dafür, dass der Iran kurz vor der Entwicklung einer Atomwaffe stand. Von einem Regimewechsel im Iran war ebenfalls keine Rede. Ursprünglich war ein vier- bis fünfwöchiger Angriff geplant, doch Trump sagte zuletzt, dass die Offensive so lange dauern werde, bis alle Ziele erreicht seien.
