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ÖGSV: Österreich bereitet sich auf Deaflympics 2027 vor

Die Winter-Deaflympics kommen nach Hause. Nächstes Jahr kommen die besten gehörlosen Wintersportler:innen der Welt nach Tirol. In Innsbruck und Seefeld finden zwischen 15. und 27. Jänner die Deaflympics statt.
Wie laufen die Vorbereitungen? Um diese Frage zu beantworten, sind wir zum ÖGSV-Hauptquartier gefahren, um Präsident Bernhard Kurzmann zu treffen.

 

*Alternativlink zum Video: YouTube

 

[gw.tv]: Hallo!

Bernhard Kurzmann: Hallo!

[gw.tv]: Schaut euch mal das an. Die ersten Deaflympics fanden damals in Seefeld statt. Nach all den Jahren werden die Deaflympics im Jahr 2027 wieder am gleichen Ort stattfinden. Die Organisation übernimmt Bernhard Kurzmann zusammen mit seinem Team. Gibt es Neuigkeiten? Läuft alles gut oder wie schaut es aus?

Bernhard Kurzmann: Anfangs hatten wir Unmengen an Arbeit, die gefühlt immer mehr wurde und ständig war etwas zu tun. Das ging bis Ende März so. Wir mussten viele Länder anmelden sowie die Hotels buchen. Für uns waren es wirklich lange Tage, an denen wir mehr als 1000 Betten gebucht haben. Es sind über 30 Länder vertreten. Bis Juli können es aber noch mehr werden. Über die Futsal-Qualifikation können auch noch Länder dazukommen. Wir rechnen mit 1500 bis 1600 Personen. Diese Zahl umfasst die Sportler:innen sowie das Betreuungsteam. Wenn man das trennt, dann wären es um die 800 Sportler:innen. Das bedeutet, dass wir damit einen neuen Rekord brechen werden. Bisher waren das noch nie so viele.

[gw.tv]: Wow, das sind echt viele. Das muss man sich mal vorstellen, dass in Innsbruck bzw. Seefeld so viele gehörlose Menschen an einem Ort versammelt sind. Wahnsinn!

Bernhard Kurzmann: Das stimmt.

[gw.tv]: Du bist ja für die Organisation der Deaflympics zuständig. Was steht als Nächstes am Plan?

Bernhard Kurzmann: Es gibt unterschiedliche Schritte, die nacheinander erledigt werden. Wir machen nicht alles auf einmal, sondern arbeiten das strukturiert ab. Jeden Monat gibt es ein Zoom-Meeting mit der ICSD. Dabei geben wir Informationen weiter und bekommen auch von den Sportler:innen Feedback. Es findet ein reger Austausch statt und anhand des Feedbacks gibt es immer wieder Anpassungen. Genauso läuft es mit der Partner-Agentur aus Innsbruck bzw. Seefeld. Wir tauschen uns darüber aus, wie es weitergeht. Sie haben dann die große Verantwortung, die Aufgabe professionell umzusetzen. Dazu gehören zum Beispiel die Kontakte zu den Hotels, zum Tourismusverband etc. Das Maskottchen wird entworfen sowie die Medaillen und vieles mehr. Es wartet noch viel Arbeit auf uns.

[gw.tv]: Super. Da ist noch einiges zu tun. Wie sieht die Kooperation mit dem ICSD, der Landesregierung Tirol, dem Landesverband der Gehörlosenvereine und dem Sportverein aus? Wie läuft die Zusammenarbeit?

Bernhard Kurzmann: Das funktioniert bisher ganz gut. Die Kommunikation mit dem ICSD klappt reibungslos. Genauso glatt läuft es mit der Agentur und deren Dolmetscher:innen. Der Sportverein, besonders der Gehörlosensportverein Tirol, hat wirklich viel gemacht, wofür ich mich bedanken möchte. Das funktioniert wirklich alles toll.

[gw.tv]: Dazu möchte ich noch sagen, dass es nicht nur den Sport betrifft, sondern auch den Landesverband Tirol, der ebenfalls sehr viel gemacht hat. Danke auch dafür.

Bernhard Kurzmann: Ein großer Dank gilt Monika Mück-Egg, die sich ebenso viel daran beteiligt hat. Wie man sieht, machen sich auch immer mehr gehörlose Personen stark.

[gw.tv]: Und wie läuft es mit der Landesregierung Tirol? Auch gut?

Bernhard Kurzmann: Auch sehr gut. Die Landesregierung Tirol möchte ebenfalls unterstützend mitwirken. Ebenso die Stadt Innsbruck. Beide haben Kontakt zur Agentur aufgenommen und zu einem Austausch eingeladen. Ich bin dann auch dazu gekommen. Der österreichische Bund, der Sportverband und ich sind im Austausch. Jetzt läuft alles.

[gw.tv]: Wahnsinn, bei so einer großen Veranstaltung braucht es wirklich viel Organisation. Wer trifft eigentlich bei der ganzen Organisation die endgültigen Entscheidungen? Wer ist der Entscheidungsträger?

Bernhard Kurzmann: Die letzte Entscheidung hat der Sportverband und eine vom Sportverband gegründete Firma, die „Gehörlosensport Events GmbH“. Aus diesem Grund gibt es einen steuerlichen Vorteil bei der Abrechnung. Barbara Janisch ist dort die Generalsekretärin. Das bedeutet, wir beide haben das letzte Wort.

[gw.tv]: Das war jetzt die Organisation im Allgemeinen. Was mich auch noch interessiert: Bei den Deaflympics finden ja die Wettkämpfe und Turniere statt, bei denen jede Menge gehörloser Personen anwesend sind. Vielleicht interessieren sich manche Besucher:innen auch für Unternehmungen in Innsbruck abseits des Sports. Gibt es da auch Veranstaltungen, zum Beispiel Clubs, Partys, Workshops oder Vorträge? Wird noch ein separates Programm angeboten?

Bernhard Kurzmann: Es geht nicht nur darum, beim Sport zuzusehen. Das wäre langweilig. Da gibt es ein breites Angebot. Es ist außerdem geplant, eine „Deaf Bar“ zu organisieren. Dort werden viele gehörlose Personen hinkommen. Ich war damals auch dabei und habe mir das angeschaut. Das muss auf alle Fälle im Programm enthalten sein. Genauso wie der „Deaf Space“.

[gw.tv]: „Deaf Space“?

Bernhard Kurzmann: Genau, einen „Deaf Space“ wird es auf jeden Fall geben. Und noch vieles mehr. Einen Workshop wird es sehr wahrscheinlich auch geben. Dann möchte ich gerne auch noch eine Ausstellung machen. Bei dieser möchte ich einige wirklich interessante Fotos ausstellen, so wie dieses hier. Diese Fotos werden ausgestellt. Sie werden eingescannt und anschließend großformatig aufgehängt, sodass sie von den Besucher:innen sofort bemerkt werden und Emotionen auslösen. Darauf sieht man die ersten Winter-Deaflympics, an denen insgesamt fünf Länder und 33 Personen teilgenommen haben. Also recht wenig. Im Gegensatz zu jetzt, wo wir um die 800 Teilnehmer:innen haben. Wir möchten zeigen, wie sich der Gehörlosensport entwickelt hat. Er wurde einfach immer größer und soll auch in Zukunft noch weiter wachsen.

[gw.tv]: Wahnsinnig spannend.

[gw.tv]: Hast du noch eine Botschaft an die Zuschauer:innen, die bei den Deaflympics dabei sein möchten?

Bernhard Kurzmann: Ja sicher, kommt alle vorbei und verpasst diese einmalige Chance nicht. Wer weiß, wann es das nächste Mal wieder so weit sein wird. Das ist wirklich wahnsinnig wichtig. Es werden viele gehörlose Personen dabei sein. Es geht darum, den Gehörlosensport sowie die Gehörlosenkultur sichtbar zu machen. So kann das ganze Land Österreich diese Entwicklung sehen.

[gw.tv]: Das muss man sich mal vorstellen, so eine große Veranstaltung an einem so kleinen Ort. Richtig spannend! Vielleicht sehen wir uns bald dort.

Foto/Video Credits: Gebärdenwelt.tv
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