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Was Geimpfte über Reaktionen und Nebenwirkungen wissen sollten

Wir haben ein paar Fragen und Antworten für Euch zum Thema Impfung gesammelt. In diesem Bericht haben wir uns auf Impfstoffe und deren Reaktionen und Nebenwirkungen konzentriert. Irene Brickner, Eja Kapeller, Julia Palmai und Klaus Taschwer haben für den Standard die wichtigsten Fragen beantwortet. Anbei ein Überblick.

Frage: Welche Impfreaktionen können auftreten?

Antwort: Als Nebenwirkungen bei einem Impfstoff gelten Reaktionen, die schädlich und nicht beabsichtigt sind. Alle Covid-19-Schutzimpfungen wurden von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) als sicher und wirksam bewertet. Zu diesem Schluss kamen die Expert*innen nach Prüfung der Zulassungsstudien, die jeweils mit mehreren 10.000 Testpersonen durchgeführt wurden. Nach der Verimpfung von Millionen Dosen kam es bei beiden mRNA-Impfstoffen zu seltenen schweren allergischen Reaktionen. Sogenannten anaphylaktischen Schocks. Menschen, die zu solchen allergischen Reaktionen neigen, werden deshalb vorgewarnt.

Frage: Welche schweren Nebenwirkungen sind bekannt?

Antwort: Wie bei jeden anderen Impfung auch, können nach einer Covid-19-Schutzimpfung Beschwerden auftreten. Typische Beschwerden und Reaktionen sind zum Beispiel Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle. Auch Allgemeinreaktionen wie Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Übelkeit sind möglich. Diese Symptome sind ein Zeichen für die gewünschte Impfreaktion des Immunsystems. In der Regel enden sie nach ein bis zwei Tagen.

Zusatzinfo: Bei den mRNA-Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer treten Impfreaktionen häufiger nach der zweiten Teilimpfung auf als nach der ersten. Im Fall von Astra Zeneca, einem Vektorimpfstoff, ist es umgekehrt. Im Regelfall fallen die Impfreaktionen bei jüngeren Menschen stärker aus. Mit zunehmendem Alter nehmen sie meistens ab. Das erklärt zum Teil auch warum nach der Impfung mit Astra Zeneca mehr Beschwerden gemeldet werden.

Frage: Wie hoch ist das Risiko für eine Thrombose nach der Impfung?

Antwort: Nach aktuellem Wissensstand sieht es so aus: Das Risiko für Thrombosen in den Gehirnvenen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Astra Zeneca beträgt in etwa 1 zu 100.000. Bei jenem von Johnson & Johnson beträgt das Risiko etwa 1 zu einer Million. Expert*innen konnten noch keine eindeutigen Risikofaktoren definieren. Die Häufung bei jungen Frauen könnte auch eine statistische Verzerrung sein. Bisher wurden nämlich mehr Frauen als Männer mit Astra Zeneca geimpft.

Frage: Wie äußern sich diese speziellen Thrombosen?

Antwort: Bei den Betroffenen traten vier bis 16 Tage nach der Impfung erste Symptome auf: Dazu zählen Kurzatmigkeit, Brustenge, Schwellungen der Beine, anhaltende Bauchschmerzen, starke und anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen und punktförmige Hauteinblutungen. Wer solche Beschwerden hat, sollte sofort zum Arzt oder zur Ärztin gehen.

Frage: Was weiß man über die Häufigkeit von Nebenwirkungen in Österreich?

Antwort: In Österreich wurden laut Daten des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) bis Mitte April 77 allergische Reaktionen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-19-Schutzimpfung gemeldet. Weiters traten 208 allergische Hautreaktionen auf. Bei 44 Personen kam es zu einer Gesichtslähmung (Fazialisparese). Dem BASG wurden bisher 74 Fälle von Todesfällen in zeitlicher Nähe zur Impfung gemeldet. Bei diesen Daten handelt es sich aber nicht um bestätigte Nebenwirkungen oder Todesfälle, sondern nur um Meldungen über einen vermuteten Zusammenhang.

Nach derzeitigem Wissensstand geht das BASG davon aus, dass es nur in einem Todesfall einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung gibt. Dabei handelt es sich um jene 49-jährige Krankenpflegerin, die nach einer Impfung mit dem Präparat von Astra Zeneca an Thrombosen verstorben war.

Quelle: Was Geimpfte wissen sollten – Impfungen – derStandard.at › Gesundheit

Foto/Video Credits: Adobe Stock / Gebärdenwelt.tv
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