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Warum die Taube „Taube“ heißt 5. Teil

Tausend Fragen brannten dem König und der Königin auf den Lippen. Es dauerte bis in den späten Abend, bis der Wissendurst der beiden annährend gestillt war. Sie lernten viel an diesem Abend und es schien der Königin, dass diesmal eine wirkliche nützliche und hilfreiche Lösung für die Probleme ihrer Tochter gefunden war. Noch in dieser Nacht beschloss man die beiden Fremden zu bitten, wenigstens für einige Zeit am Hofe zu bleiben und alle in der Sprache, welche die Frau Gebärdensprache nannte, zu unterrichten.

Am nächsten Morgen versuchte der König buchstäblich mit Händen und Füßen Franziska zu erklären, wer die beiden Fremden waren. Er wusste nicht, dass Franziska die beiden bereits gesehen hatte und neugierig war wegen der unbekannten Vögel. Auch gefiel ihr der junge Mann, es war ein Gefühl in ihr, eine Ahnung, dass nichts mehr sein würde, wie es war. Zu Ehren der beiden frühstückte man gemeinsam. Franziska beobachtete neugierig, wie Mutter und Sohn gebärdeten. Marino, so hieß der Sohn, bemerkte dies natürlich und erzählte mit Hilfe sehr einfacher Gebärden einen Witz, von dem er annahm, dass Franziska ihn verstehen konnte.

Tatsächlich lachte sie laut auf und klatschte vor Begeisterung in die Hände. Fassungslos wechselten der König und die Königin einen Blick und die Freude über Franziskas Reaktion ließ sie in schallendes Gelächter ausbrechen, obwohl sie den Witz nicht verstanden hatten. Sie waren überglücklich, Wie lange war es her, dass Franziskas das letzte Mal gelacht hatte? Es wurde per königlichem Erlass beschlossen, dass alle engen Vertrauten des Hofes die Gebärdensprache zu erlernen hatten, und man begann unverzüglich mit der ersten Lektion.

Verwundert beobachtet Franziska ihre Eltern und den Hofstaat. Wenn jemand sich besondere ungeschickt anstellte, kicherte Franziska, denn von allen war sie die Begabteste.


Warum die Taube „Taube“ heißt
Herausgeber: Österreichischer Gehörlosenbund (ÖGLB), 1100 Wien
www.oeglb.at
Text: Norbert Pauser
Illustrationen: Mag.a Persida Popovitsch-Hon
Grafik: Christoph Letmaier
Druck: Manz Crossmedia GmbH & Co KG, Wien
ISBN 3-200-00375-8

Foto/Video Credits: Persida Popovitsch-Hon / Gebärdenwelt.tv
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