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Warum die Taube „Taube“ heißt 4. Teil

Und sie kamen auf ihre Kosten, denn was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Erwartungen. Die Frau und ihr Sohn, der sehr hübsch war, bewegten mit einer unglaublichen Leichtigkeit ihre Arme und Hände, sie formten mit ihren Lippen lautlose Worte und das Einzige, das zu hören war, war ihr Lachen.  Offensichtlich hatten die beiden sehr amüsante Dinge zu bereden. Es war fremd, aber schön anzuschauen, wie sie kunstvolle Bewegungen in der Luft formten, und der gesamte Hofstaat kam nicht mehr aus dem Staunen heraus.

Es schien, als wären die Frau und der junge mit ihrer ganzen Habe angekommen. Offensichtlich stammten sie aus ärmlichen Verhältnissen.  Unter anderem trug der Sohn einen Käfig. In dem Käfig befanden sich zwei Vögel, die man im Königsreich noch nie zuvor gesehen hatte. Sie hatten ein graues, glänzendes Gefieder und der Hals war mit grünlich blau schillernden Federn bedeckt. Mit freundlichen braunen Knopfaugen blickten sie neugierig um sich. Jeder der beiden Vögel trug ein Halsband.

Franziska stand am Fenster und sah verwundert die ankommenden Leute mit ihren beiden Vögeln. Nachdem man die Frau und den jungen Mann in ihren Zimmern untergebracht hatte, wurden die beiden vom königlichen Paar empfangen. Alle Persönlichkeiten des Hofes waren anwesend. Der Minister hielt sich im Hintergrund und beobachtete das Geschehen, ihm war die Sache nicht geheuer. Der König wollte natürlich sofort wissen, ob der Sohn ebenfalls nicht hören konnte und ob das der Grund sei, dass sie die Hände beim Sprechen benutzten.

Unmittelbar nachdem er zu sprechen begonnen hatte, begann die Frau ihre Hände zu bewegen. Es schien, als würde sie des Königs Worte übersetzen. Auf die Frage, ob er gehörlos sei, nickte der Junge bejahend. Dem Königspaar erschien es wie ein Wunder, offenbar hatte er all das Gesagte verstanden.

Foto/Video Credits: Persida Popovitsch-Hon / Gebärdenwelt.tv
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