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Kinderbuch: Karoline und die Gespenster Teil 1.

Zu Halloween haben wir eine sehr passende Geschichte für dich! Lily liest euch den ersten Teil von „Karoline und die Gespenster“ vor.

 

Karoline wacht auf. Es ist stockrabenfinstere Nacht.
Schnell macht sie die Augen zu und verkriecht sich unter
der Bettdecke. Aber sie kann nicht einschlafen.
Irgendwas stimmt nicht. Karoline horcht in den finsteren
Raum hinein. Das ganz leise Ticken kommt von der Uhr
in der Küche. Das ganz leise Rauschen kommt von der
Heizung. Jetzt fährt vor dem Haus ein Auto vorbei.
Die kleine Schwester im Kinderbett schnauft ein wenig.
Aber da ist noch etwas. 

Jetzt weiß Karoline, was sie beunruhigt,
und kriecht wieder ganz tief unter die Bettdecke. Sie riecht die
Wolfskatze, die manchmal im Keller herumschleicht.
Ganz vorsichtig schaut sie über den Bettrand. Neben dem Bett
sitzt etwas Dunkles. »Ich habe Angst!«, jammert die Wolfs-
katze so leise, dass Karoline nur ein klein wenig erschrickt.
»Warum hast du Angst«, fragt sie, »wenn ich doch vor dir
Angst habe?« – »Weil unter dem Bett ein Gespenst sitzt. « 

Karoline verkriecht sich unter der Bettdecke, und als die Wolfskatze
zu ihr kommt, fürchtet sie sich gar nicht. Sie hat ein weiches Fell,
ist warm und schnurrt ein wenig. »Welches Gespenst ist es denn?«,
fragt Karoline. »Das mit den großen, roten Augen oder das
weiße?« – »Ich glaube, es ist das mit den roten Augen!«,
flüstert die Wolfskatze und schmiegt sich noch fester an Karoline.
»Das gehört doch auf den Dachboden!«, erklärt Karoline.
»Und außerdem ist es ganz harmlos!« 

Sie beugt sich über den Bettrand und fragt das
Gespenst: »He, du, warum sitzt du unter meinem
Bett?«
»Weil ich Angst habe!«, piepst das Gespenst mit
den roten Augen und klappert mit den
Gespensterzähnen. Jetzt kriecht auch die
Wolfskatze an den Bettrand und schaut unters
Bett, wo nur zwei rote Augen hervorleuchten.
»Wovor fürchtest du dich?«, fragt sie.
»Vor dem Fressungeheuer, das mir bis in
die Küche nachgerannt ist.«
»Das riesige Fressungeheuer aus dem
Ofenloch sitzt in der Küche?«,
ist Karoline erstaunt. »Passt auf:
Wir sind jetzt drei – schauen wir nach!« 


Autor: Andreas Renoldner

Illustrationen: Gabriele Kernke

Herausgeber: Betz (2000)

Foto/Video Credits: Gabriele Kernke – Betz / Gebärdenwelt.tv
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