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Kinderbuch: Der kleine Bär und das Mondscheinwunder Teil 2.

Freust du dich schon auf Weihnachten? Um dir die Wartezeit zu verkürzen, hat GeKi heute den 2. Teil von „Der kleine Bär und das Mondscheinwunder“ für dich.

 

*Alternativlink zum Video: YouTube

 

Plötzlich wurde die Nacht kälter. Ein eisiger Wind peitschte den Schnee zu kleinen Schneegestöbern auf. Der Weg zum Mond wurde steiler und steiler. 

„Es ist ein schrecklich weiter Weg bis zum Mond!“, keuchte Mäuslein Winzigklein. 

„Meine kleinen Pfoten sind schon ganz eisig.“ 

Da hob es der kleine Bär hoch und setzte es auf seine Breite Schulter. 

„Das ist viel besser!“, seufzte Mäuslein Winzigklein und grub seine Zehen in den dicken Pelz des kleinen Bären. „Meine Pfoten sind nun glücklich.“  

Der Mondweg führte höher und höher bis zur Spitze des Berges hinauf.  Die Schneeflocken piksten in ihren Augen und wirbelten um ihre Ohren.  

„Meinst du, wir sind bald da, kleiner Bär?“ keuchte Lilli. „Meine Ohren werden nämlich ziemlich kalt.“  Kaum hatte sie das gesagt, wehte eine riesige Wolke vor den Mond… 

…und der Mondweg verschwand. Auf einmal war es stockdunkel. 

„Das gefällt mir nicht, kleiner Bär.“, sagte Lilli. Ich mag das ganz und gar nicht!“ 

„Ich glaub ni-ni-nicht, dass ich nach alledem noch zum Mond gehen möchte“, sagte Mäuslein Winzigklein. „Auch nicht für Mondkekse.“ 

Da schlitterten und rutschten sie den Hügel hinab, bis sie den dichten Wald erreichten.  

„Vielleicht ist der Mond verärgert und will uns doch nicht sehen“, sagte der kleine Bär. 

„Ich will nach Hause“, jammerte Mäuslein Winzigklein. „Ich auch!“, keuchte Lilli. 

Aber alles sah so anders aus im Dunklen und sie konnten den Heimweg nicht finden.  

Die Bäume knarrten und ächzten und der Wald war voller Schatten. 

„Ich befürchte, wir haben uns verlaufen“, schniefte der kleine Bär. „Und ich will zu meiner Mama!“ 

Plötzlich durchflutete ein silbriges Licht den Wald. Und hoch darüber, zwischen den Bäumen tanzend, erschien der lächelnde Mond. 

„Hurra!“, riefen die drei Freunde. 

Und dann fiel das Mondlicht auf eine große, pelzige Bärin, die ihre Arme weit ausbreitete und zu ihnen lief. 

„Oh kleiner Bär, ich bin ja so froh, dass ich euch gefunden habe!“, rief Mama Bär. Und sie gab jedem eine ganz dicke Bären-Umarmung.  

„Ach Mama“, sagte der kleine Bär. „Wir wollten mit dem Mond Tee trinken. Aber er war auf einmal böse mit uns und hat sich versteckt.“ 

„Und wir haben keinen Mondsaft zu trinken bekommen“, seufzte Mäuslein Winzigklein. „Und auch keine Mondkekse“, sagte Lilli traurig.  

 

Mama Bär lächelte und brachte alle drei zurück zum warmen Bärenhaus. Und es gab ein besonderes Mondabendessen, mit goldenen Honigkeksen und warmer Milch. 

„Der Mond war nicht ärgerlich. Der war die ganze Zeit da“, sagte sie, „nur die Wolken haben ihn verdeckt!“ 

„Mama“, sagte der kleine Bär später, als sie ihn ins Bett brachte, „ich wollte so gerne zum Mond gehen und ihn besuchen.“ 

„Aber warum, kleiner Bär? Wir brauchen nicht zum Mond zu gehen, um ihn zu treffen – er ist doch überall um uns herum!“ 

Der kleine Bär schaute aus dem Fenster. Im strahlenden Mondlicht war jeder Baum mit tausend Regenbogenkristallen behangen. Und dann schwebte der Mond durch die Bäume hindurch und lächelte ihm zu.  

„Gute Nacht, Mond“ sagte der kleine Bär und rieb sich die Augen. Dann drehte er sich um und schlief schnell ein.  

 

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Autor: Paul Bright

Übersetzerin: Klara Schneider

Herausgeber: Loewe (2010)

Foto/Video Credits: Gebärdenwelt.tv
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