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Corona und die vergessenen Kinder

Dietmar Krug, macht in seinem Essay für den Standard „Verratene Kinder: Die vergessenen Opfer der Pandemie“ auf ein Thema aufmerksam, dem bis jetzt viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde.

Einleitend beschreibt der Schriftsteller eine Spielplatzsituation, in der Eltern zu sogenannten „Helikopter-Eltern“ mutieren und ihren Kindern keinen Freiraum lassen.

Als weiteres Phänomen schildert er die „Infantilisierung“ – also die „Verkindlichung“ – der Gesellschaft: „Eine ganze Generation ist derzeit dabei, sich zu infantilisieren, im Freien auf Tretrollern, in den virtuellen Räumen mit Herzchen, Umarmungen und Gefällt-mir-Däumchen. Es sind die Insignien einer konsumistischen Gesellschaft, die sich aufführt wie eine Kinderschar, die nach permanenter Zerstreuung und Bedürfnisbefriedigung verlangt.“

Diese Verschmelzung der Ebenen, in der die Mutter zur besten Freundin und der Vater zum Kumpel, führt zu fehlenden Stützungspunkten. Kinder brauchen den Schutz ihrer Eltern. In der Pandemie noch mehr. Doch vor was genau sollen wir unsere Kinder denn eigentlich nun schützen?

Kein Mensch kennt das Geheimrezept. Doch gilt es nicht mehr abzuwägen? Uns von der Angstmacherei zu lösen? Als Erwachsene Verantwortung zu übernehmen?

Unser Bundeskanzler hat von Anfang an auf die Waffe „Angst“ gesetzt. Mit Erfolg.

So haben Kinder laut Krug eine weit größere Sorge andere anzustecken als Erwachsene. So heißt es weiter: „Der Andrang von jungen Patienten mit Depressionen, Essstörungen und Suizidgedanken war im Jänner so groß, dass einige schwere Fälle bereits aus Kapazitätsgründen abgewiesen werden mussten. Betroffen seien auch Kinder und Jugendlich ohne Vorbelastungen und aus intakten Familien, meint Abteilungsleiter Paul Plener gegenüber dem ORF. Neu sei ein deutlicher Anstieg der depressiven Symptomatik unter den Acht- bis Zwölfjährigen. Als Gründe dafür nennt Plener vor allem die Schulschließungen und soziale Isolation. Er fordert daher eine rasche Öffnung der Schulen.“

„Womöglich hat die derzeitige Häufung von Infektionen unter Kindern ja ihre Ursache gerade darin, dass die psychische Dauerbelastung bereits ihr Immunsystem geschwächt hat“ ergänzt Krug.

Krug geht in seinem Essay auf viele wichtige Fragen ein, die sich womöglich schon viele unter uns gestellt haben:

  • Wie geht es den Kindern und Jugendlichen?
  • Was sagen Großeltern dazu, dass sie ihren Lebensabend in Isolation verbringen müssen?
  • Werden die Menschen überhaupt gefragt?
  • Wie sieht die Zukunft unserer Kinder aus?

„Ich bezweifle, dass die Großelterngeneration den ungeheuren seelischen Schaden, den wir derzeit in einer ganzen Generation von Kindern anrichten, bedenkenlos in Kauf nehmen, um für sich selbst den größtmöglichen Schutz zu erhalten. (…) Bei ihnen darf man noch einen natürlichen Schutzinstinkt voraussetzen. In ihrem Leben galt noch die Maxime, dass es den Kindern einmal besser gehen sollte als ihnen selbst. Heute scheint eher zu gelten: Warum soll es ihnen besser gehen als uns?“ schließt Krug.

Den ganzen Artikel findet ihr unter: https://www.derstandard.at/story/2000126079144/verratene-kinder-die-vergessenen-opfer-der-pandemie

Foto/Video Credits: Adobe Stock / Gebärdenwelt.tv
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