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Abschlussberichte des WFD-Kongresses (Teil 2)

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Erzählen und Schreiben
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Unter dem Titel "Erzählen und Schreiben" hat die schwedische Wissenschafterin Dr. Schonstrom beim Weltkongress in Südafrika ihre Forschungsarbeit um Thema "Bilinguale Entwicklung gehörloser SchülerInnen" vorgestellt. Die Ziele ihrer Forschung waren folgende:

1. die Entwicklung der schwedischen Schriftsprache als Zweitsprache bei gehörlosen Kindern zu untersuchen;
2. den Zusammenhang bzw. die Abhängigkeit der schwedischen Schriftsprache und der schwedischen Gebärdensprache zu beleuchten.

Dr. Schonstrom erklärte zu Beginn ihrer Präsentation den Hintergrund von Bilingualität in Schweden. Bereits seit den frühen 80er Jahren wird in Schweden bilingualer Unterricht angewendet. Die schwedische Gebärdensprache (SSL) ist dabei die Erstsprache und schwedisch (Schriftsprache) die Zweitsprache gehörloser Kinder. Seit dem Jahr 2000 bekommen immer mehr gehörlose Kinder ein Cochlear Implantat, wodurch sich die Zahl der gehörlosen Kinder, die die schwedische Lautsprache als Erstsprache erwerben, erhöht.

Die Forschung für ihre Doktorarbeit hat Dr. Schonstrom in einer Gehörlosenschule durchgeführt. 38 SchülerInnen mussten jeweils einen Zeichentrickgeschichte schriftlich wiedergeben und eine erfundene Geschichte in schwedischer Gebärdensprache erzählen. Die produzierten Texte der SchülerInnen wurden anhand von Analysemodellen ausgewertet.
Dabei stellte sich heraus, dass gehörlose Kinder beim Erwerb einer Zweitsprache die gleiche Entwicklung durchlaufen wie hörende Kinder. Die Visualität ihrer Erstsprache hat also keinen Effekt auf das Erlernen einer Zweitsprache. Das Beherrschen der Erstsprache - in diesem Fall der schwedischen Gebärdensprache - ist allerdings Vorraussetzung für den Erwerb einer Zweitsprache.

Umgekehrt hat sich gezeigt, dass SchülerInnen mit besseren Schwedischkenntnissen auch ausführlichere Geschichten in Gebärdensprache produzieren können. Zum Abschluss meinte Dr. Schonstrom noch, dass Forschungen im Zusammenhang mit dem Unterricht von Fremdsprachen genauso für den Unterricht gehörloser SchülerInnen angewendet werden können. Diese Erkenntnis könnte man sich zu Nutze machen.
(cg)
Foto: www.wfd2011.com
Video: Gebärdenwelt

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