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Abschlussberichte des WFD-Kongresses (Teil 1)

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Vier Vorträge genauer betrachtet
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Der WFD-Weltkongress ist schon wieder vorbei und unsere MitarbeiterInnen, die vor Ort waren, sind wieder in Österreich. Dank ihrer Arbeit konnten wir täglich mitverfolgen, was gerade in Südafrika beim Weltkongress der Gehörlosen 2011 vor sich ging.

Es gab viele interessante Vorträge, oft auch parallel, so dass es unmöglich war alle mitzuverfolgen. Wir möchten trotzdem noch auf vier Vorträge genauer eingehen und etwas darüber berichten:

Am Donnerstag, 21. Juli lag der Fokus des Kongresses bei den Entwicklungsländern. Sarah Houge aus den USA und Lucy Upah aus Nigeria hielten gemeinsam einen Vortrag zum Thema: "Differing Ideologies and Conflict" (=Ideologien und Konflikte unterscheiden).

Upah ist die regionale Koordinatorin für alle Englisch sprechenden Länder West- und Zentralafrikas. In dieser Region treten innerhalb der Gehörlosen-Community unterschiedliche Ideologien (= Anschauung, Lebensansicht) und Konflikte auf. Zum Beispiel zwischen den Religionen, also unter gehörlosen Muslimen und gehörlose ChristInnen oder zwischen gehörlosen/schwerhörigen Menschen, die in Gebärdensprache und gehörlosen/schwerhörigen Menschen, die in Lautsprache kommunizieren. Auch zwischen gehörlosen Personen mit guter bzw. schlechter Ausbildung kann es zu Konflikten kommen.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass eine große Kluft zwischen gehörlosen und schwerhörigen Menschen besteht. Die Gruppe der Schwerhörigen profitiert von einem besseren Service, denn sie haben beispielsweise einen besseren Zugang zu Behindertengruppen. Grund dafür ist eine bessere Ausbildung in hörenden Schulen und ihre Kommunikationsmöglichkeit. Die Gruppe der Gehörlosen wird oft bei Entwicklungsprozessen ausgelassen - das Bildungsniveau in Gehörlosenschulen ist leider sehr schlecht.

Die zwei ExpertInnen schlugen daher drei Punkte vor, um beide Gruppen gleichberechtigt in die Gehörlosengemeinschaft zu integrieren:

- Besserer Ausbau des bestehenden Dolmetschservice
- Gehörlosen Gruppen im Aufbau von Interessensgemeinschaften unterstützen, um ihnen einen besseren Zugang zu Entwicklungsprozessen zu schaffen
- Verbindungen mit gehörlosen Jugendgruppen in Schulen und Berufsinstitutionen schaffen, um die Organisation auch in Zukunft aufrecht zu erhalten
(cg)
Foto: www.wfd2011.com
Video: Gebärdenwelt

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