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Interview mit Ulrike Strauss beim 2. Bildungskongress in Wien

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Deaf Network
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Erzähl mir bitte etwas von deiner Organisation.

Deaf Network wurde ja erst vor kurzem gegründet. Vor einem halben Jahr haben sich gehörlose und schwerhörige Menschen, die im Sozialbereich tätig, getroffen mit dem Ziel und der Möglichkeit eines gemeinsamen Austausches. Gehörlose und schwerhörige SozialarbeiterInnen, die verstreut in Österreich leben, und oft die einzigen gebhörlosen MitarbeiterInnen in einem hörenden Team sind, erhalten hier die Möglichkeit eines gemeinsamen Austausches mit Gleichbetroffenen, was auch gemeinsam stärkt.

Als erstes soll die Gruppe von gehörlosen und schwerhörigen Betroffenen so zusammenbleiben. Wichtig ist hier, dass eine gemeinsame Sprache, die Gebärdensprache, sie verbindet und nicht der Fakt ob Hörend oder gehörlos und somit die Gruppenmitglieder gestärkt werden.
In Zukunft kann/wird mal ein hörender Chef in die Gruppe eingeladen werden und hier kann dann ein Austausch mit der Gruppe erfolgen, und Stärken wahrgenommen werden. Das ist aber zum derzeitigen Zeitpunkt noch Zukunftsmusik...

Bezeichnet ihr euch als Selbsthilfegruppe?

Wie schon vorhin gesagt, sind wir ja noch ganz am Anfang, aber das Wort Selbsthilfegruppe gefällt mir nicht so gut. Ich finde die Bezeichnung Interessensvertretung hat mehr Empowerment. Ich/wir fühlen uns gesund, wir sind nicht krank und müssen uns selbst helfen oder helfen lassen, also in die Rolle des Opfers rutschen, nein, wir sind nicht arm und krank. Wir sind eine Interessensvertretung.

Daher auch der Name "Deaf Professionals"?

Ja, genau - Deaf Professionals, das sind wir!
(cg)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt

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