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Bildungskongress machte Lust auf mehr Gebärdensprache

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Fest für die Augen
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Der Bildungskongress 2013 am vergangenen Wochenende war ein voller Erfolg. Bereits im Jahr 2010 fand in Saarbrücken, Deutschland, der 1. Bildungskongress zum Thema "Bildung durch Gebärdensprache" statt. Auch damals haben sich die nationalen Gehörlosenverbände aus Deutschland (DGB), Österreich (ÖGLB) und der Schweiz (SGB-FSS) zusammengeschlossen, um gemeinsam die Situation von gehörlosen Menschen im Bildungsbereich aufzuzeigen und zu informieren.

Mit über 300 TeilnehmerInnen wurde vor drei Jahren der Bildungsongress im Congress Centrum Saar eröffnet. Die Ziele sind bis heute gleich geblieben: ein bilinguales Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungskonzept für gehörlose Menschen in den deutschsprachigen Ländern.

So waren auch heuer namhafte ReferentInnen aus dem In- und Ausland anwesend und informierten das Publikum mit spannenden und unterhaltsamen Vorträgen. Ihre Gebärden - mal dramatisch, mal minimal - und die dazugehörige expressive Mimik machte auch den hörenden BesucherInnen Lust auf mehr Gebärdensprache.

Die Ausführungen in International Sign (IS), Österreichischer oder Deutscher Gebärdensprache (ÖGS bzw. DGS) wurden in eine andere Gebärdensprache gedolmetscht und gleichzeitig "gevoiced". Voicen bedeutet, eine visuelle Sprache in eine akustische Sprache zu übertragen. So war der Gehörlosenkongress auch für hörende Menschen zugänglich - Barrierefreiheit einmal anders herum!

Bei Barrierefreiheit denken viele erst einmal an bauliche Maßnahmen. Aber auch Sprache kann eine Barriere sein: "Für gehörlose Menschen gibt es Zugang zu Bildung nur durch bilingualen Unterricht in ihrer Gebärdensprache und genügend gut ausgebildete DolmetscherInnen!", klärte Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbunds auf.
(cg)
Foto: (c) ÖGLB
Video: Gebärdenwelt

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