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Glawischnig-Nachfolge: Felipe und Lunacek als Doppelspitze designiert

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BUNDESVERSAMMLUNG DER GRÜNEN IST ENDE JUNI
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Der Erweiterte Bundesvorstand der Grünen hat am Freitag einstimmig entschieden.
Die Partei setzt in der Nachfolge von Eva Glawischnig auf eine Doppelspitze.

Ingrid Felipe soll Bundessprecherin werden, Ulrike Lunacek die Partei als Spitzenkandidatin in die Nationalratswahl führen.

Ingrid Felipe, designierte Bundessprecherin Die Grünen: "Und in den vergangenen Stunden, wurde sehr viel darüber spekuliert, wer von den Grünen kann diese Herausforderung denn übernehmen. Wir haben von der Ulrike Lunacek viel Positives gelesen, auch über mich wurde viel Positives berichtet, auch über andere. Und die Frage war: entweder/oder - und ich freue mich, dass ich Ihnen sagen darf, es gibt ein sowohl/als auch. Ich habe in den vergangenen Stunden auch sehr viel darüber nachgedacht, was meine Verantwortung in Tirol betrifft. Sie wissen, persönlich als Alleinerziehende eines 13-Jährigen, eines pubertierenden Burschen, der nicht zwingend die Mutter dauerhaft und schon gar nicht nach Wien entschuldigen möchte und auch in meiner Verantwortung als Landeshauptmann-Stellvertreterin von einem wunderbaren Land, der Verpflichtung, die ich den Tirolerinnen und Tirolern gegenüber habe, in einer Regierung, die beispielhaft funktioniert, deswegen habe ich gesagt: ich kann als Parteisprecherin zur Verfügung stehen, nicht jedoch als Spitzenkandidatin."

Ulrike Lunacek, designierte Grünen-Spitzenkandidatin: "Und diese Entscheidung es sowohl/als auch zu tun, nämlich mit Ingrid Felipe als Bundessprecherin und mir als Spitzenkandidatin, zu der stehe ich 100- oder 150-prozentig. Ich freue mich auf einen spannenden Wahlkampf - auf einen Wahlkampf, wo es um vieles geht. Für Österreich und für diese Europäische Union. Was wir derzeit erleben - nicht nur in Österreich, sondern überall – ist, dass nicht nur die Parteien rechts und weit rechts der Mitte, die sind eh schon am rechten Rand, aber dass auch Parteien, die bis vor einiger Zeit Mitte waren und sich als solche definiert haben, dass die nach rechts abdriften und das tun auch, vor allem die Österreichische Volkspartei in der Form wie Sebastian Kurz auch in der Vergangenheit Außen- und Europa- und auch Integrationspolitik gemacht hat, jetzt auch als Parteisprecher. Aber auch in der SPÖ gibt es hier Tendenzen und ist überhaupt nicht klar, ob die SPÖ und einige und eventuell auch Bundeskanzler Kern doch liebäugelt mit einer Variante mit der FPÖ in eine Regierung zu gehen. Und auch die NEOS schließen das nicht aus. Wir Grüne – und mein Herz schlägt Grün, egal auf welcher Ebene - wir Grüne sind die einzigen, die garantieren und mit dieser Ansage gehe ich auch in den Wahlkampf, gehen wir gemeinsam in diesen Wahlkampf: wir garantieren, dass es mit uns keine FPÖ in der Regierung gibt. Denn das wäre nicht nur für Österreich fatal, sondern auch für die Europäische Union. Ich will kein Österreich, das Richtung Orban abdriftet. Ich will ein Österreich, das für dieses gemeinsame Europa steht, für ein soziales Europa, für ein ökologisches, für eines, wo Menschenrechte und Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verankert sind, ganz fest und wo die Bürgerinnen und Bürger auch wieder daran glauben, dass dieses gemeinsame Europa wirklich Sinn hat. Das ist etwas wofür ich brenne und wofür ich auch diesen Wahlkampf führen will."

Noch keine Entscheidung gibt es darüber, wer den Klubvorsitz im Parlament übernehmen soll. Endgültig beschlossen ist die Nachfolgeregelung jedenfalls noch nicht. Das obliegt der Bundesversammlung der Grünen, die Ende Juni in Linz tagen wird.
(APA)
Foto: APA
Video: APA

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