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Übergabe der Bürgerinitiative "Chancengleichheit gehörloser Menschen im Bildungssystem"

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Großer Erfolg beim Sammeln der Unterschriften
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In den letzten Monaten wurden eifrig Unterschriften gesammelt. Das Ergebnis: Rund 1600 Unterschriften konnten am 1. Februar 2017 dem 2. Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf übergeben werden.

Auch bei der Gehörlosen-Demo am 30.09.2016 - veranstaltet durch die Aktionsgemeinschaft für Gehörlose und GebärdensprachlerInnen - unterstützt durch den ÖGLB haben viele Menschen die Bürgerinitiative mit ihrer Unterschrift unterstützt. Gebärdenwelt.tv hat darüber berichtet.

Der ÖGLB hat dazu auch eine Presseaussendung herausgegeben - siehe Community-Bericht von heute 12:00 Uhr.

Hier nun das Video der Übergabe:

Lukas Huber: "Die gesammelten Unterschriften für die Bürgerinitiative "Chancengleichheit gehörloser und hörender Menschen im österreichischen Bildungssystem" werden heute übergeben. In der Initiative werden folgende vier Punkte gefordert: Erstens sollen die Barrieren abgebaut werden. Zweitens soll es einen bilingualen Lehrplan für gehörlose SchülerInnen geben. Drittens soll Gebärdensprache im Unterricht gefördert werden. Viertens sollen Statistiken erstellt werden, weil in Österreich nicht bekannt ist, wie viele gehörlose Kinder in den Schulen Gebärdensprache nutzen. Das sind die Forderungen der Bürgerinitiative. Ich hoffe, dass die Abgeordneten im Parlament unsere Forderungen umsetzen."

Patricia Resl: "Ich kann mit der Schachtel in der Hand nicht gebärden."

Karlheinz Kopf: "Dann nehme ich Ihnen die Schachtel ab."

Patricia Resl: "Vielen Dank. Jetzt kann ich frei gebärden."

Patricia Resl: "Wir hoffen, dass die Bürgerinitiative bald umgesetzt wird."

Helene Jarmer: "Ein wichtiger Punkt ist, dass die österreichische Gebärdensprache zwar in der Verfassung verankert ist, aber nicht im Unterrichtsgesetz. Sie ist keine Unterrichtssprache. Auch in Aus- und Weiterbildungen für LehrerInnen wird Gebärdensprache nicht angeboten. Das heißt, dass die LehrerInnen, Interesse daran haben Gebärdensprache zu lernen, sich jedoch die Gebärdensprachkurse selbst finanzieren müssen. Wir haben mit der Unterrichtsministerin bereits Gespräche geführt. Diesen Punkt möchte ich besonders betonen."

Patricia Resl: "Es ist auffällig, dass gehörlose Menschen in Österreich eine geringere Schriftsprachkompetenz haben. Das ist aber nicht unsere Schuld, sondern die der Bildungseinrichtungen für Gehörlose. Es ist frustrierend, dass es immer wieder das gleiche ist. Es kann doch nicht sein, dass das seit jeher so ist. Jetzt soll Schluss damit sein – deswegen haben wir die Initiative ins Leben gerufen."

Lukas Huber: "Wir haben österreichweit rund 1600 Unterschriften von gehörlosen und hörenden Menschen gesammelt. Für die zahlreichen Unterschriften und das Engagement möchten wir uns an dieser Stelle bedanken. Angefangen hat das Ganze bei der Demonstration am 30. September 2016 in Wien. Damals haben wir begonnen Unterschriften zu sammeln. Bis Dezember haben wir dann gesammelt.
Die gesammelten Unterschriften haben wir Herrn Kopf übergeben. Die Bürgerinitiative wird im Nationalrat diskutiert. Dann wird die Initiative dem Bildungsausschuss übergeben und darin diskutiert. Wir werden dann sehen, ob der Ausschuss die Forderungen akzeptiert oder beiseite legt. Ich hoffe, dass die Forderungen umgesetzt werden."
(kc)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt

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