Behindertenverbände kritisieren AMS und Arbeitslosigkeit

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AMS-Algorithmus im Fokus von Kritik
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Trotz der zuletzt stark wachsenden Wirtschaft ist die Arbeitslosigkeit der Menschen mit Behinderungen in den vergangenen zehn Jahren um 140 Prozent gestiegen. Darauf haben Behindertenverbände am Dienstag aufmerksam gemacht. Scharfe Kritik übte Herbert Pichler vom Behindertenrat dabei am AMS-Algorithmus, der Behinderte automatisch in die am wenigsten förderwürdige Gruppe einstufe.

Der Algorithmus teilt Arbeitslose je nach Alter, Geschlecht, Bildung und anderen Kriterien in drei Gruppen mit hohen, mittleren und niedrigen Arbeitsmarktchancen ein. Am meisten Förderung sollen künftig Arbeitslose mit mittleren Arbeitsmarktchancen bekommen. Bis Mitte 2020 will das AMS das neue System österreichweit ausgerollt haben. Die Letztentscheidung über eine Fördermaßnahme soll aber beim jeweiligen AMS-Berater bleiben.

Das Arbeitsmarktservice weist die Kritik an der automatischen Einstufung behinderter Arbeitsloser zurück. Wie eine Sprecherin sagte, haben Behinderte unabhängig von der Beurteilung durch den AMS-Algorithmus vollen Zugang zu allen Arbeitsmarktförderungen. Dies deshalb, weil das AMS die politische Vorgabe habe, diese Personengruppe heuer und 2020 zu unterstützen.

Erklärung: AMS

AMS ist die Abkürzung für Arbeitsmarkt-Service. Wer in Österreich Arbeit sucht, muss sich beim AMS melden. Vom AMS bekommt man auch das Arbeitslosen-Geld. Das AMS hilft Menschen, Arbeit zu bekommen.



+++ Dieser Nachrichtenüberblick ist in leicht verständlicher Sprache verfasst. Zielgruppe sind in erster Linie Menschen mit Leseschwächen. Es handelt sich um ein Pilotprojekt der APA in Zusammenarbeit mit dem Grazer Unternehmen capito. +++
(APA)
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