Erster gehörloser Juror vor einem englischen Gericht

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Wir wollen uns einbezogen fühlen
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Matthew Johnston aus London war vermutlich der erste gehörlose Mensch, der in einer Jury in einem Krongericht in England und Wales saß. Er hofft als Wegbereiter, dass andere ihm folgen können.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen war der 54-jährige Technologieberater aus London bei drei Gerichtsverfahren am Obersten Gerichtshof von Blackfriars anwesend.

Er war zwar nicht der erste Gehörlose, der in eine britische Jury einberufen wurde, denn ein Gebärdensprachdolmetscher wurde bisher als disqualifizierender "13. Fremder" angesehen, weil maximal 12 Personen im Besprechungsraum der Jury als vereidigten Juroren anwesend sein sollen.

Nach der Ablehnung des von ihm vorgeschlagenen Stenographen kam es zu Versuch, mit Johnston als CI-Träger, der auch gut ablesen und sprechen konnte, ohne Dolmetscher zu kommunizieren. Als ein Treffen mit Gerichtsbeamten gut verlief und Gespräche überzeugend waren, bekam er dann von einem zweiköpfigen Team von Stenographen alles, was vor Gericht gesprochen wurde, transkribiert. Dabei las er Untertitel auf einem Tablett von den Jurybänken, an einem runden Tisch im Diskussionsraum der Jury, im Prozess wegen sexueller Übergriffe, gewaltsamer Störung und tätlicher Körperverletzung.

Laut einem Sprecher des Innenministeriums wird dafür gesorgt, dass Menschen mit Hörproblemen Jurys angehören können und ihre Zugänglichkeit mithilfe technischer Hilfsmittel sogar verbessert wird.

Johnston jubelte über die Inklusivität, die er im Gericht erfuhr und sagte: "Wir wollen ein Teil der Gesellschaft sein. Wir wollen uns einbezogen fühlen. Ich fühle mich großartig, dass ich in einer Jury sein kann.“
(ERSR)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt