Gehörlose Personen fordern eine gehörlose Schulleitung

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Rücktritt gefordert
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In Los Angeles gab es vor den Sommerferien einen Wirbel in der einzigen kalifornischen Schule für Gehörlose und Schwerhörige, nämlich der Marlton School. Diese Schule diente als Inspiration für die Carlton School in der TV-Serie „Switched at Birth“. Die Marlton School wird von einer hörenden Direktorin namens Lisa DeRoss geleitet, die nicht gebärdensprachkompetent ist.

Die Situation eskalierte soweit, dass viele Eltern ihre Kinder aus der Schule herausnahmen, engagierte LehrerInnen gingen und tolle, vielfältige Schulprogramme gekürzt wurden. Es ging nur noch bergab.

Zusammen mit den Eltern der betroffenen SchülerInnen und anderen Interessierten fand eine Demonstration statt, bei der man die Kündigung von DeRoss forderte. Auf den Plakaten waren Slogans wie „Deaf Principle Now“ (Gehörlose Direktorin Jetzt), was an den berühmten Slogan „Deaf President Now“ (Gehörloser Präsident Jetzt) aus dem Jahr 1988 erinnert, zu lesen. Weitere Aussprüche waren „Take Back Deaf Education“ (Erobert die Gehörlosenbildung wieder zurück) und „Das Problem ist nicht, dass die Schüler nicht hören, [sondern dass] der [Schul]bezirk nicht zuhört“ sowie „Stoppt Ungerechtigkeit: Nichts über uns ohne uns!“

Laut Samuel Gilstrap, Sprecher für L.A. Unified, der auf die Eskalation aufmerksam gemacht wurde, ist es offen, ob die derzeitige Schulleiterin bleibt oder geht. Die Bezirksabgeordneten arbeiten gerade an einem Plan, um die Beherrschung der ASL zukünftig als eine Bedingung zur Voraussetzung für die Schulleitung zu machen.
(ERSR)
Foto: marltonschool.org
Video: Gebärdenwelt