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Ehren-Ribbon-Verleihung an Glawischnig und Kowalski

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Zwei Ehren-Ribbons wurden vergeben
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Im Rahmen der Premieren-Feier zu "Seeing Voices" in Wien am 18. April 2017 wurden von Helene Jarmer, Präsidentin des ÖGLB, der Ehren-Ribbon an die Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig und an Regisseur Dariusz Kowalski verliehen.

Was bedeutet der Ribbon eigentlich?
Beim Link weiter unten wird in einem eigenen Community-Bericht mehr dazu erklärt.



Helen Jarmer, ÖGLB-Präsidentin: "Ich möchte euch heute etwas sehr Wichtiges mitteilen. In der Gehörlosen-Community, - ihr wisst, was der Ribbon bedeutet, den wir verleihen, oder? - wir haben zur Anerkennung der Gebärdensprache den türkisen Ribbon 2006 zum ersten Mal verliehen. Einen Ehren-Ribbon für Menschen, die besondere Leistungen für unsere Community geschafft haben, mitgeholfen haben. Wir wollten der Eva schon einmal den Ribbon geben und es hat nicht geklappt, irgendwie sind wir nicht zusammengekommen bis jetzt und Dank Eva, muss ich sagen, ist die Gehörlosigkeit sichtbar geworden im Parlament. Fernsehübersetzungen werden in Gebärdensprache gedolmetscht, alles wird aufgenommen, es wird live im Stream übersetzt und deswegen möchte ich heute sehr, sehr gerne der Eva den Ehren-Ribbon geben."

(Übergabe des 1. Ribbons)

Jarmer: "Und, zweitens, eine Überraschung oder keine Überraschung: der letzte Ehren-Ribbon geht an Dariusz Kowalski. Auch Dank ihm wird unsere Community sichtbar."

(Übergabe des 2. Ribbons)

Eva Glawischnig, Grünen Bundessprecherin: "Helene hat immer so große Handtaschen."

Jarmer: "Ja, damit ich das gut verstecken konnte, ich wollte es euch beiden vorher ja noch nicht zeigen. So, jetzt wünsche ich eine gute Unterhaltung, einen spannenden und schönen Film."




Frage: "Eva wie fühlst du dich nachdem du den Ehren-Ribbon bekommen hast?"

Glawischnig: "Ja, eine totale Überraschung. Die Helene hat das wirklich gut versteckt in ihrer großen Handtasche. Aber, nachdem wir eigentlich schon so viele Jahre gemeinsam im Herzen der Demokratie sozusagen zusammenarbeiten, ist es für mich schon etwas Besonderes. Im Alltag geht das immer so dahin, da wird halt über Anträge diskutiert, dass man einen Schritt weiter kommt, die Anerkennung der Gebärdensprache in der Verfassung, das waren halt so Schritte. Ein Schritt nach dem anderen. Und das ist halt jetzt einfach eine persönliche große Freude. Ganz herzlichen Dank dafür."

Frage: "Möchtest du kurz eine Botschaft an die gehörlosen Menschen noch mitgeben?"

Glawischnig: "Das was mich am Meisten schmerzt, möchte ich fast sagen, ist die fehlende Bildungschance. Helene, du hast wirklich auch Glück gehabt, deine Eltern und deine Familie haben dich wirklich gefördert und du hast es auch geschafft. Aber das möchte ich für alle haben. Dass alle Gehörlose dieselben Bildungschancen haben und nicht von 10.000 Menschen nur 50 einen Studienabschluss haben können. Das ist wahnsinnig unfair und es beraubt uns auch dieser Fähigkeiten, weil alle Menschen haben etwas beizutragen für die Gesellschaft. Und da wird automatisch eine Gruppe sozusagen exkludiert, die eigentlich etwas beizutragen hat für unsere Welt und das schmerzt eigentlich und das ist eigentlich unsere wichtigste politische Aufgabe, das zu organiseren, dass die Bildungschancen passen."


Frage: "Wie geht`s dir jetzt, nachdem du den Ehren-Ribbon bekommen hast? War doch eine Überraschung?"

Dariusz Kowalski, Regisseur: "Das war eine totale Überraschung und ich freue mich natürlich total, dass ich diese Auszeichnung bekommen habe und diese Urkunde als ein Zeichen, weil das nämlich für mich ganz besonders ist, gerade von gehörlosen Menschen diese Anerkennung zu bekommen für diesen Film. Und jetzt sozusagen auch aus der Community einfach eine Anerkennung zu bekommen."
(cg)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt

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