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Interview mit Mark Zaurov

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Der Präsident des jüdischen Gehörlosenvereins IGJAD erzählt von seinem Leben
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Mark Zaurov ist ein Experte auf dem Gebiet der Geschichtsforschung im Bereich der gehörlosen jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Bei vielen Vorträgen und Arbeiten ruft er immer wieder die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus in Erinnerung und hält das kollektive Erinnern am Leben.
Geboren in Russland, wanderten sie nach Israel aus, wo er seine ersten Sprachen, Hebräisch und israelische Gebärdensprache, erlernte. Im Jahre 1981 kam er dann nach Deutschland. Dort erlernte er Deutsch, Deutsche Gebärdensprache und die Amerikanische Gebärdensprache. 2001 schloss er sein Studium in Gebärdensprache, Pädagogik und Geschichte 2001 ab. Auch auf der Gehörlosenuniversität Gallaudet in Washington D.C. absolvierte er einen Bildungsaufenthalt.

Der Präsident des jüdischen Gehörlosenvereins IGJAD erzählte uns in einem Interview nach seinem Vortrag über das Thema Juden und Unterdrückung mehr über sein Leben, seine Ausbildung, über die Interessengemeinschaft Gehörlose jüdischer Abstammung in Deutschland e.V. (IGJAD) und mehr.

Wir wünschen viel Spass mit dem Videobeitrag.

Als ich mit dem Studieren der Gebärdensprache, Geschichte und Padägogik fertig war, bin ich nun mit der Doktorarbeit bei der Forschung über gehörlose Juden im Bereich Kunst, Wissenschaft und Politik. Bisher forsche ich in diesem Feld/Bereich. Ich sammele Daten und mache auch Interview mit gehörlosen Holocaust-Überlebenden (ASL)oder auf so (DGS) gebärdet. Die vorherige Gebärde ist aus der amerikanische Gebärdensprache (ASL), daher verwende ich es nicht so, sondern die für DGS von mir geschöpfte Gebärde.

Gut! Ich habe ungefähr die Schätzung kalkuliert, die bei 100 liegen würde. Ich habe die Zahlen von den gehörlosen Juden bisher nur geschätzt. Von Österreich weiß ich, dass dort gehörlose Juden vorhanden sind. Nur sind viele davon nur mit einem elterlichen jüdischen Teil ("halbweise"). Ich fühle, in Österreich gibt es wahrscheinlich 40 gehörlose Juden. Möglicherweise 40 oder 50... Mit denen habe ich schon kontaktiert. Was ein Problem ist, haben sie bisher noch nicht selbst gemeinsam getroffen und miteinander ausgetauscht. Ich finde es schön, wenn sie selbst zusammentreffen und einen österreichischen gehörlosen jüdischen Verband gründen. Dann könnte IGJAD (Interessengemeinschaft Gehörlose jüdischer Abstammung in Deutschland e.V.) mit denen austauschen ,zusammenzuarbeiten und sich weiter zu entwickeln.

Huhu..! Weit hinaus hellsehen.. habe ich noch nicht diesen Beruf! (lachen) Was ich mir wünsche, lasse ich mich mehr auf das Kunst konzentrieren. Ich interessiere mich für Kunst von Gehörlosen. Was bedeutet Gehörlosenkunst? ich würde gerne die bisherige Geschichte ihres Kunst forschen. Bis jetzt verwehren oft die Kunsthistoriker, die Kunst von Gehörlosen zu akzeptieren. In Amerika ist es ggf. möglich. Ich wünsche mir in meine Vision, in Zukunft Ausstellungen zu etablieren. Es gibt viele gehörlose Künstler von früher, sehr gut sind, da könnte man zum Beispiel forschen, ob sie in ihrer Zeit ihre Gehörlosenidentität unbewußt reflektierten. Das wäre schön! Auch evtl. über jüdische Identität. Es wäre auch schön, mehr über diesen Bereich Deaf Kultur, zu forschen und zwar in größerem Rahmen. Bisher habe ich über gehörlose Juden viel erforscht und jetzt möchte ich mehr in diesem Bereich Kultur forschen.

Es freut mich, mit Österreichern mitzuteilen und auszutauschen! Ich finde das prima!
(flo)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt

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