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IVS Wien und VertretungsNetz fordern Alternativen zur Sachwalterschaft

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Die im Mai 2011 gegründete "Interessensvertretung sozialer Dienstleistungsunternehmen für Menschen mit Behinderung" (IVS Wien) gestaltet und entwickelt verbesserte Rahmenbedingungen für die Betreuung von Menschen mit Behinderung. Die IVS besteht aus 16 Wiener Sozialeinrichtungen, wobei es insgesamt 28 Organisationen gibt.

Das Ziel des Vereins ist, aktiv die zukünftige Entwicklung der politischen und gesetzlichen Parameter in Österreich mitzubestimmen und die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung umzusetzen. Marion Ondricek, ist Vorstand der IVS Wien.

Im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien präsentierte die IVS Wien, gemeinsam mit dem Sachwalterschaftsverein VertretungsNetz die Ergebnisse einer gemeinsamen Fachtagung in Wien unter dem Motto "Ich entscheide selbst!" am 12. Mai 2014.

150 EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Wirtschaft und Sozialwirtschaft entwickelten bei Tagung neue Perspektiven. Ziele der Tagung waren eine Vertiefung der Diskussion, wie die Umsetzung unterstützter Entscheidungsfindung und anderer selbstbestimmter Alternativmodelle zur Sachwalterschaft in Österreich gestaltet werden könnte. Anhand internationaler Erfolgsmodelle aus Kanada und Schweden wurden neue Perspektiven für Österreich entwickelt.

Ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention wird auch in Österreich versucht, zunehmend Sachwalterschaften durch Modelle "unterstützter Entscheidungsfindung" zu ersetzen. VertretungsNetz hat dazu das Konzept "Clearing Plus - Unterstützung zur Selbstbestimmung" erarbeitet. Das im März 2014 gestartete Projekt wurde vom Bundesministerium für Justiz unter dem Titel "Unterstützung zur Selbstbestimmung" vorgestellt. An 20 Gerichtsstandorten in Österreich wird nun von den Gerichten vor einer Sachwalterbestellung an die Clearingstelle verwiesen, um einzuschätzen, ob eine Sachwalterschaft, etwa durch Unterstützung durch Angehörige oder Sozialeinrichtungen, vermieden werden kann. Im Rahmen von Clearing Plus werden dann Betroffene über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet. Indem auf die persönlichen Stärken fokussiert und das soziale Umfeld aktiviert wird, können maßgeschneiderte Lösungen für Betroffene entwickelt und gefunden werden. Die Ergebnisse des Projektes sollen bei einer Reform des Sachwalterrechts ab 2016 berücksichtigt werden.

Mehr Informationen gibt es beim Linkt weiter unten.
(cg)
Foto: ivs-wien.at
Video: Gebärdenwelt

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