Die stille Welt von Nyangoma in Kenia

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Dorf der Gehörlosen
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Nyangoma gilt als Pionierstadt in der Gleichstellung von Hörenden und Nicht-Hörenden Personen, dennoch geht der Kampf um die Anerkennung in der Gesellschaft weiter.
Seit einer Verfassungsänderung im Jahr 2010 ist KSL als offizielle Sprache anerkannt. Drei Kirchengemeinden im Land bieten Gottesdienste in Kenyan Sign Language, der kenianische Gebärdensprache an. In den Metropolen Nairobi, Mombasa und eben in dem dritten Ort Nyangoma am Viktoriasee mit nur 5000 Einwohnern. Dort ist fast jeder zweite Bürger des Dorfes gehörlos.
Es gibt im ganzen Land etwas mehr als 50 Schulen und vier Berufsschulen für gehörlose Personen, die Fächervielfalt an den Colleges erweitert sich ständig. Gehörlosen Menschen aus Somalia, Äthiopien oder Uganda, wo die Bildungschancen für Gehörlose schlechter sind, ziehen nach Nyangoma.
Eine Schule, welche 1961 gegründet wurde, wird von mehr als 180 gehörlosen Schülern besucht.

Wenn die Schüler ihre Ausbildung beendet haben und in den Alltag ihrer jeweiligen Heimat zurückkehren werden vielerorts gehörlose Personen nach wie vor nicht akzeptiert.
Die Gebärdensprachen der anderen Länder sind unzureichend. Etwa 85 Prozent der kenianischen Gehörlosen haben keine Arbeit. Sie werden eindeutig vernachlässigt und das Dorf der Gehörlosen steht am Scheideweg.
(cp)
Foto: Pixabay
Video: Gebärdenwelt