Sendung ohne Barrieren Nr: 69

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Titel: Inklusiver Verkehrsübungsgarten
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Personen: 5

Eric Forster (Projektleitung)
Gerald Eglau (Wissensvermittler)
Anita Forster (Wissensvermittlerin)
Peter Brüstl (Wissensvermittler)
Harald Ilsinger (Wissensvermittler)

Eric Forster

Der Verkehrsgarten befindet sich im Süden von Wien, also genau in der Elisenstraße 45 im 23. Bezirk. Von der Größe her ist er einer der größeren Verkehrsgärten in Wien. Es gibt jetzt mittlerweile vier mit diesem Standort. Und von der Gegebenheit, von der Infrastruktur sind hier die wichtigsten Verkehrszeichen zu finden. Das sind in Summe 30 Stück. Es gibt ein Ampelsystem, es gibt einen Kreisverkehr, das heißt die wichtigsten Bestandteile, damit man sicher im Straßenverkehr unterwegs ist, sind hier gegeben.

Also die Go-Karts, die wir im Hintergrund sehen, symbolisieren einen PKW. Dass man eben nicht nur mit dem Fahrrad hier fahren kann, sondern wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist oder auch in den Bundesländern unterwegs ist, fahrt man ja auch Bundesstraße und dann kommt ein Auto entgegen. Dass man da auch schon sensibilisiert wird fürs richtige Verhalten.

Wichtige Partner waren dann natürlich von Anbeginn der Bezirksvorsteher, Gerald Bischof, und der damalige Stadthauptmann von der Polizei in Liesing, Dr. Walter Czapek, und in späterer Folge dann noch der Brigadier Takacs, der Leiter von der Landesverkehrsabteilung. Das waren so die wesentlichen wichtigen Partner, wo das Projekt dann eben skizziert und gewachsen ist.

Sehr positiv an diesem Projekt ist, dass eben Menschen mit Behinderung als Wissensvermittler eine lehrende Rolle einnehmen können. Weil in der vierten Volksschule ist eben der Fahrradunterricht ein wesentlicher Bestandteil und in Kooperation mit der Polizei übernehmen sie einzelne Aufgaben und helfen den Kindern und Schülern, Verkehrssicherheit zu erlangen.

Gerald Eglau

Am meisten Spaß macht mir mit meinem Team zusammen zu arbeiten und ein jeder von ihnen hat eine eigene Aufgabe.

Anita Forster

Meine Aufgaben sind eben Helme aufsetzen, von den Fahrrädern die Sitze einstellen und bei den Stopp-Tafeln den Kindern alles zu zeigen.

Eric Forster

Vom Ablauf her und vom Inhalt her ist es so, dass man als Privatperson Montag bis Freitag den Verkehrsgarten aus eigenem Interesse benützen kann. Ab Herbst ist es dann so, dass jeden Mittwoch jetzt einmal eine Schulklasse kommt. Und da werden dann unsere Kunden dezidiert auch eine wesentliche Rolle übernehmen. Sie haben unterschiedliche Aufgaben. Das ist zum einen: es gibt einen kleinen Rundgang mit der Polizei, wo die wichtigsten Verkehrszeichen erklärt werden. Dann gibt es eine Tätigkeit bei der Ampel. Dass man die Schüler darauf hinweist, dass man bei Rot stehen bleiben muss und bei Grün erst fahren darf. Dann ist ein wichtiger Punkt die STOPP-Tafel, die wird gerne mal übersehen oder als nicht so wichtig erachtet. Und dann natürlich auch aktiv mit der Gruppe mitfahren und vorfahren und zeigen, worauf man achten muss. Das sind so die wesentlichen Aufgaben. Wenn man als Privatperson herkommt, in seiner Freizeit, unterstützen die Menschen mit Behinderung dahingehend, dass sie eben Fahrräder, Helme und dergleichen ausgeben. Es gibt einen kurzen Rundgang, dann ist aber die Benützung auf eigene Gefahr.

Peter Brüstl

Ja ich steh bei der Stopp-Tafel und sage jedem Kind, wann es fahren kann. Und wenn ein anderes Rad fährt, muss man stehen bleiben, auch beim Zebrastreifen. Und dann kann es wieder weiterfahren.

Harald Ilsinger

Kindern helfen, Helme aufsetzen, mitfahren, Zeigen, wie man fährt, Abstände halten und so. Mit dem Team zusammenarbeiten und dass die Kinder lernen, wie man sich sicher auf den Straßen verhält.

Eric Forster

Die ersten Reaktionen auf den Wissenstransfer sind sehr positiv, weil eben gar kein Unterschied gemacht wird. Die Kinder nehmen das ganz offen an und wahr und da gibt es keine Fragen oder komische Verhaltensweisen. Es ist ein sehr natürlicher, schöner und feiner Zugang. Für die Menschen mit Behinderung, die hier aktiv teilnehmen, hab ich schon mittlerweile gemerkt, dass es vom Selbstwertgefühl her irrsinnig viel mit ihnen macht. Sie freuen sich sehr über diese Rolle, dass sie einfach ihr Wissen und sie sind der Profi in eigener Sache, dass sie das eben weitervermitteln können. Und sie sind mit Leib und Seele bei dem Projekt dabei.

Es ist wirklich schön zu sehen, dass sie hier aktiv eine wichtige Rolle einnehmen. Und ich bin sehr froh, dass das gut geklappt hat und dass alle Partner gut und professionell zusammengearbeitet haben. Dass das jetzt so ist, wie es hier ist. Da bin ich allen sehr dankbar dafür.

Wenn es aktives Interesse gibt, dann entweder ganz unkompliziert und spontan zu den Öffnungszeiten von 8 bis 15 Uhr einfach vorbeikommen und sich im 1. Stock im Büro melden. Oder gerne per E-Mail oder unter der Telefonnummer, die am Schluss des Videos eingeblendet wird, einfach Kontakt aufnehmen.
(ERSR)
Foto: Okto TV
Video: Gebärdenwelt