Sendung ohne Barrieren. Nr. 65 - Die Lagerplatz-Kontrollorin

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Interviews: 2 Personen
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Anna Fellner (Mitarbeiterin)

Ich war beim Wiener Roten Kreuz, beim Speisenzusteller. Da habe ich am Anfang die Bestellungen in das Computersystem eingegeben. Dann kam leider eine Systemumstellung und das wurde so kompliziert, dass ich das dann nicht mehr machen konnte. Und damit ist ihnen dort dann die Beschäftigungsmöglichkeit ausgegangen für mich. Und sie haben mich dann nicht mehr halten können.

Dann habe ich das Glück gehabt, dass sie hier diese Stellenausschreibung gemacht haben, ich hab das Praktikum begonnen und dann war mein Glück, dass hier gleich der nächste Job herausgesprungen ist.

Mir gefällt, dass wir so ein großes Team sind. Das immer irgendwas los ist. Dass ich einerseits im Büro bin und auch draußen bin und somit Wien kennen lerne.

Ein Kollege hat zufällig mitbekommen, dass sie hier eine neue Stelle schaffen und dann haben mich gefragt, ob das etwas wäre für mich. Ich habe gesagt "JA"!

Dann habe ich ein Praktikum gemacht und dann ist es halt weitergegangen.

Also an einem Tag bin ich hier oben im Büro, gieße die Blumen, geh Einkaufen, mach Recherchearbeiten. Irgendwann habe ich die Mappen einsortiert für die neuen Mitarbeiter. Die neuen Mitarbeiter bekommen immer so ein Sackerl. Da muss man ein paar Sachen reingeben. T-Shirt und Sonnenbrille. Und das hab ich vorbereiten dürfen.

Also ich habe das Praktikum abgeschlossen und dann ist der Jochen gekommen und die Ulivia. Dann hat es schon geheißen, dass ich bleiben darf und da habe ich mich sehr gefreut. Ju hu, ju hu, dass ist ja so ein lustiger Haufen.




Verena Rohm (Recruiting Specialist, Storebox)

Storebox ist "Dein Lager nebenan". Wir bieten digitalisierte Self-Storage Lagerabteile, die dann von unseren Kunden gemietet werden können. Was uns ausmacht ist, dass der gesamte Prozess von der Buchung bis zum Bezug des Lagerabteils digital abgewickelt werden kann. Das heißt die Kunden buchen über die Homepage oder die App am Handy, bekommen dann einen Zugangscode zugeschickt und können unmittelbar dann in ihr Lagerabteil hinein, und das 24 Stunden an 7 Tagen die Woche.

Wir haben die Anna eben über Jugend am Werk kennengelernt, wurden dort super unterstützt. Von der Bewerbung, über die Auswahl bis zum training on the job und Jobcoaching. Die Anna ist ein sehr fröhlicher und aufgeschlossener Mensch. Sie geht offen auf Leute zu, hatte da überhaupt keine Probleme, sich bei uns im Team zu integrieren. War auch schon bei unseren Teamevents dabei und ich denke wir hatten es da sehr lustig.

Die Anna unterstützt uns an 3 Tagen in der Woche. Am Mittwoch hat sie immer ihren Bürotag. Da ist sie hier bei uns im Office und unterstützt uns bei administrativen Tätigkeiten, beim Blumen gießen, bei Einkäufen, die zu erledigen sind. An den anderen beiden Tagen ist sie für uns unterwegs und führt Standortkontrollen durch. Das heißt sie fährt dann zu den Storeboxen und schaut, ob dort alles in Ordnung ist. Und dokumentiert das nachher auch. Am Anfang hat sie da natürlich noch Unterstützung gebraucht und sie wurde begleitet. Mittlerweile führt sie die Standortkontrollen aber komplett selbstständig durch und nimmt uns einen großen Teil der Arbeit ab.

Wir hatten bislang noch keine Erfahrung mit Menschen mit Behinderung im Unternehmen. Es war also eine komplett neue Erfahrung für uns. Wir können es aber wirklich allen Unternehmen nur empfehlen, sich dieser Herausforderung zu stellen und die Barrieren die da im Kopf sind zu überwinden.

Was wir gemerkt haben ist, dass es gar nicht so sehr um die Einschränkung geht, oder die Einschränkung im Vordergrund steht, sondern man sich viel mehr anschauen sollte, in welchen Bereichen können die Menschen eingesetzt werden. Wo können sie ihre Fähigkeiten am besten einbringen und ich denke, dass da in vielen Unternehmen noch ein Bewusstsein dafür geschaffen werden muss.

Anna Fellner

Ich schau anhand einer Liste, wo die verschiedenen Punkte drauf sind, in die Standorte. Schau, ob dort alles Ok ist. Wenn etwas fehlt, wird dieses vermerkt. Wenn ich dann am nächsten Tag wieder komme, wird das unten in das Computersystem hineingeschrieben was fehlt. Oder wann die nächste Feuerlöscher-Überprüfung ist. Ob es schmutzig ist.

Also ich schau ob das Licht funktioniert, ob der Boden halbwegs sauber ist, ob etwas beschmiert worden ist, ob alle Lagerabteile zu sind. Ob irgendetwas im Weg steht. Wenn man jetzt flüchtet, dass man darüber fallen könnte.

Das hab ich dazugegeben den Punkt. Denn ich habe gesehen, diese Feuerlöscher haben gelbe Überprüfungspickerl, wann da das nächste notwendig ist.

Mein Ziel wäre, dass ich einmal an 5 Tagen arbeite, mit mehr Stunden. Und dass meine Konzentration und Ausdauer länger wird.

Vielleicht schaff ich es einmal wirklich vollständig, dass ich aus dem Sozialsystem rauskomme und mir mein Leben wirklich selber verdiene.
(ERSR)
Foto: Okto TV
Video: Gebärdenwelt