Sendung ohne Barrieren Nr: 60

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Galeriecafé werd:art
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Andrea Neppel (Cafe-Gruppe) – AN
Herbert Graf (Künstler) – HG
Elisabeth Kuntner (Standortleitung) – EK

1.
Elisabeth Kuntner
Standortleitung
Das Galeriecafé werd:art ist ein inklusives Caféhaus, direkt angeschlossen an einer Gruppe und integriert in einer Werkstätte und Tagesstruktur von Jugend am Werk. Bei uns gibt es vor allem Kunst zu kaufen, zu betrachten und zu genießen und des Weiteren auch einiges für den Gaumen sozusagen. Also Kaffee und ein paar Köstlichkeiten von Werkstätten von Jugend am Werk.

2.
Wir haben vor gut drei Jahren diesen Teil dazu gemietet – also Jugend am Werk hat diesen Teil dazu gemietet. Und das hat ganz anders ausgesehen als es jetzt aussieht und man hat überlegt „OK, was können wir machen damit?“. Wir sind an einem tollen Ort direkt im Karmeliterviertel. Zentral, jung, viel Kultur. Es waren unterschiedlichste Ideen dabei, aber letztendlich sind wir gelandet bei einem Caféhaus. Und das Cafehaus hat sich dann so weiterentwickelt, dass wir gesagt haben: „Ja aber irgendwie wollen wir ja unsere Kunst auch zeigen. Was können wir, was wollen wir, was wollen wir aussagen.“ Und so ist die Kombination entstanden.

3.
Andrea Neppel
Café – Gruppe
Ich komme um halb neun. Und dann muss ich gleich loslegen. Wie es halt üblich ist. Ich mach das gern. Das ist so ein Spaß hier, das ist super für mich. Man kommt raus, man sieht Leute. Das ist angenehm für mich.

Ich bin a Profi. Ja. Ich kann alles, will alles. Ja ich habe das unbedingt machen wollen. Weil ich wollte einmal wissen, wie man einen Kaffee macht. Und das habe ich jetzt herausgefunden. Und das muss ich ja auch zu Hause machen. In der Früh Frühstück. Da gibt es nix. Das muss ich zu Hause auch machen.

Kaffee machen und herrichten. Und wenn jemand reinkommt – wenn eine Herrschaft reinkommt, muss ich sie fragen, ob sie Kaffee wollen. Ja oder nein.

Kipferln auf jeden Fall! Die esse ich selber gern, darf aber nicht. Weil ich zuckerkrank bin, leider.

Das ist alles für mich wirklich super hier. Und die sind so freundlich. Und immer ein Lächeln auf den Lippen.

Das braucht man, weil das baut einen auf.

4.
Elisabeth Kuntner
Standortleitung
Es gibt bei uns barrierefreie Toilette-Anlagen, es gibt Wickeltisch-Möglichkeit, es gibt die Möglichkeit einer Soundanlage, man kann auch Beamer anstecken wenn man sagt man möchte irgendwelche offiziellen Meetings oder so machen oder man kann einfach ein Fest feiern. Und inmitten von Kunstwerken, von Diversität, die immer dargestellt wird. Wenn man einen Rundgang durch die Galerie macht, merkt man eigentlich, was wir können und was wir haben. Es gibt keine Grenzen.
5. (EK)
Ja es gibt eine Gruppe bei uns, die ist offen. Die ist direkt am Caféhaus angeschlossen. Es war auch die Idee das möglichst weit aufzumachen, sogar ohne Türe. Und die Idee dahinter war, dass wenn man ins Caféhaus geht auch zuschauen kann. Aber das soll nicht alles sein. Die weitere Idee war, einen Begegnungsraum, der da hinten gleich im Anschluss ist, so zu öffnen, dass auch Menschen bei uns selbst etwas fertigen können. Also zum Beispiel Keramiken und wir brennen die dann. Oder bei der Eröffnungsfeier war da ein Siebdruck-Workshop für Kinder und Erwachsene, wo sie ihre eigenen T-Shirts mit Kunstwerken von unseren Leuten bedrucken konnten. Und dass man das sozusagen verbindet. Und dass hier die Barrieren abgebaut werden.

6.
Herbert Graf
Künstler
Ich brauch mal einen Draht, Gips, dann ein warmes Wasser, sonst hält das nicht. Dann mache ich viele andere Sachen. Und wenn das hier fertig ist, mache ich eine andere Arbeit.

Ich mache da einen schönen Mistkübel. Da habe ich eine gute Idee gehabt. Ich sammle viel und fang sicher bald auch wieder was Neues an. Für Weihnachten. Bei den Zigarettenpackerln muss ich aufpassen, dass ich mich nicht schneide.

Das hält besser. So normales Papier hält ja nicht. Die leeren Zigarettenpackerl halten einfach besser.

Ein Sackerl voll brauche ich.

Die sammle ich. Dann bringe ich sie her, schneide sie in die Hälfte. Dann mache ich so und so. Ohne Leim mache ich das.

7.
Elisabeth Kuntner
Standortleitung
Wichtig wäre, dass wir langsam aber doch noch bekannter werden. Dass wir ein Fixstandort im Grätzel werden, denn die Grätzelarbeit, Sozialraumorientierung ist ein großer Punkt für uns. Dass wir Künstlerinnen und Künstler, externe Künstlerinnen zu uns ins Haus holen die möglicherweise Projekte und Workshops für uns anbieten und mit uns anbieten und das auch als gemeinsame Ausstellungsfläche nutzen.

Wir haben vor kurzem eine weitere Gruppe hier im Haus integrieren können, eine weitere künstlerische Gruppe, die uns sicher noch mehr bereichern wird mit Kunstwerken. Da freuen wir uns, weil wir immer professioneller werden und so ein bisschen der Standort Kunst hier im zweiten Bezirk, der soll einfach fetzen sozusagen! Genau!
(ERSR)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt