Rückblick zur Power Parade

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Die Power Parade fand zum ersten Mal in Wien statt
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Powerparade Transkription
Helene Jarmer:
Hier hinter mir sind viele Leute. Aber es sind keine Zuschauer oder Demonstranten. Sie sind nicht für ein Sommerfestival gekommen, sondern für eine neue Veranstaltung, die heute zum ersten Mal sattfindet. In verschiedenen Ländern gibt es diese „Behinderten-Bewegung“ schon, damit sich die Menschen nicht mehr verstecken, sondern sich präsentieren und sich zeigen. Das Wort „Behinderung“ hat viele unterschiedliche Bedeutungen. Heute zeigen wir auch, dass es verschiedene Arten von Behinderungen gibt. Es gibt blinde Menschen, Menschen mit Usher- bzw. Down-Syndrom, Gehörlose, Schwerhörige und viele verschiedene mehr.
Je nach Gruppe gibt es auch unterschiedliche Farben und Luftballons hier. Und wird die Gehörlosen haben natürlich die Farbe Türkis, wie man hier hinter mir sehen kann.

Lukas Huber:
Hallo, heute ist es ein schöner Tag. Es ist warm und die Sonne scheint. Wir befinden uns hier auf dem Rathausplatz auf der Wiese und viele Gruppen von Menschen sind schon hergekommen und wir werden bald losmarschieren. Unser Ziel ist der Heldenplatz, ganz in der Nähe von hier.
Die Powerparade findet genau heute statt, weil es 2004 in Amerika (USA) die erste Idee zur Disability Pride Parade gegeben hat. Das bedeutet, dass sich behinderte Menschen zeigen und auf sich aufmerksam machen wollen. Gleichzeitig wird auch auf die Rechte von Menschen mit Behinderungen und auf unsere Forderungen aufmerksam gemacht.
Heute findet auch in Wien zum ersten Mal die Powerparade statt. Der Name für diese Parade kommt aus Amerika, weil die Idee von dort übernommen wurde.

Katrin Marquetant:
Ich arbeite beim Bundesheer-Amt und das ist auch der Grund, dass wir nur gemeinsam stark sind. Wir zeigen, dass zum Beispiel gehörlose Menschen oder Menschen im Rollstuhl auch Unterstützung brauchen. Auch am Arbeitsplatz sollen sich diese Menschen mehr durchsetzen. Sie sollen nicht ignoriert und übergangen werden. Darum setzen wir mit der Powerparade ein Zeichen: Wir sind starke Menschen.

Ilona Seifert:
Wir sind heute aus einem ganz einfachen Grund hier: alles soll barrierefrei werden. Gehörlose Menschen brauchen Barrierefreiheit damit sie eine gute Bildung bekommen und, dass sie einen genauso guten Arbeitsplatz finden wie Hörende.

Mann:
Ich persönlich möchte selbst miterleben, dass Gehörlose und Menschen mit Behinderungen und anderen Problemen, gemeinsam aktiv ein Zeichen setzen. Menschen mit unterschiedlichster Behinderung wie Gehörlose, Blinde und viele mehr zeigen durch die Power Parade klar und deutlich, dass sie auch die Fähigkeiten haben. In anderen Ländern wie Australien, Deutschland und vielen mehr gibt es die Power Parade längst. In Österreich gab es die bis jetzt noch nie. Es ist an der Zeit, klare Zeichen zu setzen und die Aufmerksamkeit auf Gehörlose und Menschen mit anderen Behinderungen zu richten. Die Power Parade macht das möglich! So können die Barrieren durchgebrochen werden.

Attila Gümüssuyu:
Heute bei der Powerparade sind viele verschiedene Menschen dabei und wir marschieren gemeinsam. Es ist sehr heiß, aber ich bin trotzdem dabei. Es ist wichtig, dass wir trotzdem dabei sind.

Robert Öllinger:
Ich finde es ist super, obwohl es wirklich sehr heiß ist. Die Stimmung ist super. Alle zeigen, dass sie da sind, gemeinsam. Die Veranstaltung ist wirklich schön. Wir zeigen, dass wir wichtige Mitglieder der Gesellschaft sind.

Georg Marsh:
Wir sind hier um zu zeigen, dass wir auch etwas können und nicht minderwertig sind. Wir sind auf gleicher Augenhöhen mit den anderen und gleichwertig. Wir können arbeiten wenn die Arbeit den Bedürfnissen entspricht. Man muss nur umdenken und die Einstellung ändern.
Wir wollen zeigen, dass wir auch normal sind, dass die anderen auch normal sind, dass wir gleich sind. Du brauchst etwas, ich brauche etwas anderes, wir können uns gegenseitig unterstützen und dann ist es eine Win-Win-Situation für beide. Um das zu zeigen bin ich heute hergekommen.

Frau:
Ich bin aus der Schweiz nach Wien gekommen, um bei der Powerparade dabei zu sein und zu unterstützen. Ich denke, dass Gehörlose mit Hörenden gleichgestellt werden sollten. Aber auch Menschen im Rollstuhl oder Blinde sollen zusammen aktiv durch das Zeichen setzen. Wir sind für Gleichgestellung bei der Arbeit und für Barrierefreiheit.

Dolmetscherin auf der Bühne:
Fünf, vier, drei, zwei, eins, los!
(ep)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt