Aktuelle Lage der Gehörlosen in Deutschland

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Scharfe Kritik zur „Behinderten-Apartheid“
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Die Überschrift des online Magazins „ksta“ von 13. April 2018 lautet sogar noch heute: „Wie Höreingeschränkte in Deutschland benachteiligt werden.“

Hier wird von Corinna Rüffer, eine Fürsprecherin der deutschen Behindertenpolitik der Grünen, aufgelistet, wie die Situation der etwa 300.000 Hörgeschädigten in Deutschland aktuell ausschaut. Ihre 37 Fragen lassen sich zu einem Überblick zusammenfassen.

Aus den Antworten der deutschen Bundesregierung ergibt sich:
In Sachen der Berufstätigkeiten der Hörgeschädigten konnte die Bundesregierung selbst keine Zahlen vorlegen. Gehörlosen Personen ist es fast unmöglich, einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Denn dieser Dienst ist kein Arbeitsverhältnis und hat somit keine Assistenzleistungen zu gewähren. Gehörlose Personen wurden beschuldigt, ein offensichtliches Engagement einfach nicht zu wollen.
Ihnen wird der „besondere“ Förderbedarf in der Höhe von nur 100€ pro Monat gewährt.

Für die Gebärdensprachdolmetsch-Leistung, die etwa 75€ pro Stunde kosten würde, fehlt allerdings eine Kostenübernahme. Es erschwert somit die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft.
Es besteht sowohl ein Mangel an Angeboten, wie zum Beispiel Integrationskurse für hörbeeinträchtigte Geflüchtete, als auch ein bruchstückhaftes Bewusstsein für gehörlose Menschen. Julia Probst, gehörlose Inklusionsaktivistin und Bloggerin bei Twitter, kritisiert, dass Bundestagesdebatten nur noch donnerstags vormittags mit Untertitel angeboten werden und gebärdensprachliche Inhalte ausschließlich online übertragen werden. „Man kann das als Behinderten-Apartheid bezeichnen“, so Probst.
(ERSR)
Foto: dpa
Video: Gebärdenwelt