Die faszinierende Geschichte der britischen Adeligen Prinzessin Alice

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Alice versteckte verfolgte Juden in ihrer Wohnung in Athen
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Prinzessin Alice, die Urenkelin von Königin Victoria, wurde taub geboren. Als Kind hat sie Lippenlesen gelernt und konnte Englisch sowie Deutsch sprechen. Sie war die schönste Prinzessin Europas. Als sie 17 Jahre alt wurde, verliebte sie sich in Prinz Andreas von Griechenland. 1907 haben beide geheiratet und wohnten in Athen. Sie hatten vier Töchter und einen Sohn, Phillip, der später Königin Elizabeth II heiratete.

Andreas verbrachte wenig Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern. Alice konvertierte zum griechisch-orthodoxen Glauben, was ihr Vertrauen und Kraft gab. Sie wurde sehr religiös und meinte, göttliche Botschaften zu erhalten. Als sie von ihren Erlebnissen erzählte, hielten die Menschen sie für verrückt. 1930 erlitt Alice einen Nervenzusammenbruch und wurde in eine psychiatrische Klinik in der Schweiz eingewiesen. Sie versuchte verzweifelt aus der Klinik wegzulaufen, aber trotzdem wurde sie fast 3 Jahre in der Schweiz festgehalten. Sie hat die Hochzeiten von allen ihrer 4 Töchter verpasst. Alice kehrt dann nach Jahren nach Athen zurück und lebt alleine in einer kleinen Wohnung. Sie organisierte Suppenküchen, Kliniken, und Unterkünfte für verwaiste Kinder.

1941 besetzen die Nazis Athen. 1942 begannen sie mit der Deportation jüdischer Athener in Konzentrationslager. Rachel Cohen, eine gute Freundin von Alice, war die Frau des obersten Beraters des Prinzen von Griechenland. Alice versteckte Rachel und ihre Kinder über ein Jahr in ihrer Wohnung, um sie vor den Nazis zu beschützen. Diese Wohnung war nur ein paar Meter vom Gestapo Hauptquartier entfernt. Als sie befragt wurde, benutzt sie ihre Gehörlosigkeit als Ausrede um nicht zu antworten. Als der Krieg zu Ende war, wurde Alice Nonne und gründete ihren eigenen religiösen Orden. Sie zog in das ärmste Viertel Athens und half dort obdachlosen Kindern.

1967 hat Alice Athen verlassen und zog mit Phillip und seiner Frau, Königin Elizabeth II in den Buckingham Palast. 1969 starb Alice. Sie hatte keinen Besitz, da sie alles an die Armen verschenkt hatte. Alices letzter Wunsch war es, in Jerusalem beerdigt zu werden, doch sie wurde zuerst in England, in der königlichen Krypta bestattet. 1988 wurde ihr letzter Wunsch, in Jerusalem beerdigt zu werden, doch noch erfüllt.

Alice ist die einzige aus der britischen königlichen Familie, die am israelischen Holocaust Denkmal Yad Vashem verewigt wurde und als "Gerechte unter den Völkern" geehrt wird. Im Juni 2018 machte Prinz William eine Pilgerreise nach Israel, um das Grab seiner Urgroßmutter zu besuchen.

Die Geschichte von Prinzessin Alice finden Sie im Link unten.
(jr)
Foto: Pixabay
Video: Gebärdenwelt