Rücblick zur EUD Konferenz in Wien

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Auf der Konferenz wurden einige best practice Beispiele vorgestellt
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Alexander van der Bellen: "Organisationen, wie der Österreichische Gehörlosenbund, und alle anderen nationalen Gehörlosen-Organisationen, die heute hier vertreten sind, arbeiten meiner Meinung nach unermüdlich zusammen, auch mit der EUD (European Union of the Deaf), um diese helle und vielfältige Welt zu erschaffen."

Uschi Lichtenegger (Bezirksvorsteherin 2. Bezirk): "In der österreichischen Gebärdensprache Zugang zu ärztlicher, sozialer und psychologischer Betreuung zu haben, ist ungemein wichtig."

Markku Jokinen: "Gebärdensprache ist sehr wichtig, nicht nur für gehörlose Menschen auch hörende. Man kann als hörende Person auch gehörlose Eltern haben oder Geschwister. Dadurch ist die Erstsprache auch die Gebärdensprache. Also können auch Menschen die schwerhörig, taubblind oder hörend sind, Gebärdensprache als ihre Erstsprache haben. Mit einer Sprache ist auch eine Identität verbunden, Sprache hat eine sehr starke Verbindung mit Kultur. Was bedeutet Kultur eigentlich? Kultur ist wie eine Linse, durch die man die Welt betrachtet. Vergleichbar mit einer Brille durch die man die Welt sieht, es gibt Normen, Verhalten und Geschichte und Tradition, all diese Faktoren zusammen bilden die Identität. Beide, die kulturelle Identität und linguistische Identität. Und sagen wir mal, wir konzentrieren uns auf die soziale Identität, diese ist ein Teil von dem was wir sind. Die Persönlichkeit, die Psyche, also die persönliche Identität. Die individuelle Identität, die kulturelle und die soziale Identität bilden zusammen die Persönlichkeit. Wenn man keine soziale Identität hat, der linguistische Teil also zum Beispiel wegfällt, kann man keine gesunde Persönlichkeit entwickeln. Also ist es ein sehr wichtiger Teil der uns dazu macht, wer wir sind. Natürlich ist es nicht für jede gehörlose Person gleich, man kann eine kulturelle und soziale Identität haben oder eine individuelle Identität und seinen persönlichen Mix aus den Komponenten erstellen. Und natürlich kommt es hier zu einer riesigen Vielfalt."

Johannes Carniel: "Unsere Aufgabe ist in erster Linie, dass wir Beschwerden von Menschen, die Probleme mit der österreichischen Verwaltung haben, behandeln, prüfen und versuchen Lösungen für die Menschen zu finden. Ich glaube aus meiner Arbeit kann ich sagen, dass wir manchmal immer noch überrascht sind, dass sowohl in der Verwaltung als auch im Dienstleistungsbereich es noch ein mangelndes Wissen zum Beispiel über den Begriff Barrierefreiheit gibt. Es ist immer noch nicht klar, wie umfassend eigentlich Barrierefreiheit ist oder sein sollte."

Martin Essel: "Indem wir in der Gesellschaft ein Verständnis dafür erzielen und viele Leute haben, denen es wirklich ein Anliegen ist, ein tiefes Anliegen im Herzen, etwas zum Besseren zu entwickeln und das geht vor allem ganz rasch durch Innovationen, die in einer Region gut funktionieren und wenn man die multiplizieren kann zum Wohle von Menschen mit Behinderung, dann ist das super."
(ep)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt