WFD 2017: Bildung in Gebärdensprache als Menschenrecht? - 1. Teil

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Analyse und Interpretation von Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention
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Joseph Murray: Wir drei werden heute abwechselnd vortragen. Ich möchte vorab aber noch sagen, dass ich heute nicht als WFD-Vizepräsident hier bin, sondern als Referent und Forscher. Bitte Delphine, du kannst beginnen.

Delphine le Marie: Der Titel unseres Vortrags ist: Bildung in Gebärdensprache als Menschenrecht? Analyse der gesetzgebenden Geschichte und weitergehende Interpretation von Artikel 24 der UN Behindertenrechtskonvention.

Noch bevor 2006 die UN-Konvention in New York unterzeichnet wurde, hat man sich schon mit diesem Thema beschäftigt. Wir möchten uns heute damit auseinandersetzen, was vor Unterzeichnung der UN-Konvention geschah und wie es zur Ratifizierung gekommen ist.

Bereits vor der Ratifizierung der UN-Konvention wurden Rechte von Menschen mit Behinderungen erwähnt, auch in Bezug auf Bildung. In der Zeit vor der Unterzeichnung der Konvention fanden achtmal ADHOC-Versammlungen statt. Zu diesen Treffen kamen Menschen aus aller Welt zusammen, um am Entwurf der Konvention zu arbeiten. Es ist also wichtig zu wissen, was bei diesen acht Treffen geschah, die dann zur UN-Konvention führten.

Seit der Unterzeichnung der Konvention 2006 wurde der general comment Nummer 4 veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine Interpretation des Artikels 24 der Konvention. Wir drei haben uns die Zeit vor der Ratifizierung sowie die Debatten und die Veränderungen, die danach stattfanden, genau angeschaut. Wir haben Meinungen von NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) durch Publikationen, Forschern und Meinungen aus der Gesellschaft gesammelt. Das Komitee der CRPD überdachte die Interpretation der Konvention und bezog sich auf die Berichte verschiedener Regierungen und deren Interpretation der Konvention. Somit lieferten sie aufschlussreiche Beobachtungen und einen Kommentar über die Effektivität der Konvention. Wir haben darüber auch einen Bericht geschrieben, der in der Zeitschrift „Human Rigths Quaterly“ 2018 erscheinen wird.

Seitdem die Konventionen 2006 ratifiziert wurden, gibt es Diskussionen über die Definition und Bedeutung des Worts „Inklusion“. Das gilt auch für den Begriff „gebärdensprachliche Umgebung“. Es geht außerdem darum, dass gehörlose, blinde und taubblinde Kinder die Wahl haben sollen, eine für sie passsende Form des Unterrichts auszusuchen. Darüber werden wir später mehr erzählen.

Wir beziehen uns auf Artikel 24. Genauer gesagt befassen wir uns mit dem Teil 24.3.

In diesen Absätzen geht es um Gehörlose und Taubblinde und die Möglichkeit, dass diese Menschen Zugang zu Bildung in Gebärdensprache bekommen.
(ep)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt