Martha s Vineyard: Die Insel der Gebärden

Loading the player ...
Es gibt kaum Aufzeichnungen zur MVSL
+ - Textgröße ändern
Text drucken
Die Ursprung der Gebärdensprache auf Marthas Vineyard liegt weit zurück, nämlich bis zum 17.Jahrhundert. In einem Ort namens Chilmark, einst ein abgelegenes Fischerdorf, welches unter den damaligen Voraussetzungen schwer zu erreichen war, siedelte sich die Familie Lambert an. Der Vater war selbst gehörlos.
Die Familie verbreitete sich in dem abgelegenen Ort und somit war in der Mitte des 19.Jahrhunderts jede vierte Person der Bevölkerung Chilmarks gehörlos.
Aus dieser Isoliertheit und dem Gebrauch der Gebärdensprache entwickelte sich eine eigene Gebärdensprache, die sogenannte Marthas Vineyard Sign Language (MVSL), es wird angenommen dass jeder aus dem Dorf diese Gebärdensprache beherrschte.
Wer dachte die Sprache wurde nur in der Kommunikation mit gehörlosen Personen verwendet, der liegt falsch.Jeder benutzte die Gebärdensprache um miteinander zu kommunizieren. Manchmal wusste man gar nicht wer nun gehörlos ist und wer nicht. Für die Bewohner von Chilmark war das jedoch nichts außergewöhnliches, sie sahen das Gebärden als etwas Normales an, fast so wie ein Handwerk das man erlernte, wie etwa das Fischen.
Leider gibt es kaum Aufzeichnungen zu der Marthas Vineyard Gebärdensprache. Die letzte dort ursprünglich angesiedelte gehörlose Person starb 1950.
(ep)
Foto: Richard Scharpenberg / pixelio.de
Video: Gebärdenwelt