Kinderkrankheiten Teil 2

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Bei den heutigen Krankheiten besteht meistens Meldepflicht
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Keuchhusten (Pertussis)
Was mit Schnupfen und Husten beginnt, kann vor allem nachts zu quälenden Anfällen bei Kindern führen, bei Säuglingen sogar zum Atemstillstand. Mit Antibiotika sind Kinder fünf Tage lang ansteckend, ohne drei Wochen lang. In Österreich ist die Keuchhusten-Impfung im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Im Rahmen der 6-fach Impfung wird die Pertussis-Impfung im 3., 5. und 12. Lebensmonat verabreicht.
Aber: Die Impfung schützt nicht zu hundert Prozent vor der Erkrankung. "Eltern denken bei geimpften Kindern häufig nicht an die mögliche Diagnose", sagt Brunnert. Keuchhusten ist meldepflichtig.

Scharlach
Kinder mit Scharlach bekommen Fieber, Halsweh, erbrechen und haben Schluckbeschwerden. Die Zunge ist weiß belegt, schwillt an und rötet sich nach einigen Tagen zur typischen "Himbeerzunge". Vom Oberkörper über Bauch und Beine breitet sich ein rötlicher Ausschlag aus. Mit Antibiotika muss ein Kind zwei Tage zu Hause bleiben, ohne drei Wochen lang. In Österrreich besteht Meldepflicht für Scharlach.

Windpocken
Über den ganzen Körper verteilen sich kleine rote Flecken, die zu juckenden Bläschen mit wässrigem Inhalt werden. "Am wichtigsten ist die Behandlung des Juckreizes, da sonst durch das Kratzen unschöne Narben entstehen können", sagt Brunnert. Sind alle Stellen verschorft, können Kinder wieder in die Kindergärten. Gegen den Windpockenerreger gibt es eine Impfung.

Masern
Die Krankheit kündigt sich durch Husten, Schnupfen und Fieber an. Die Temperatur sinkt und steigt nach einigen Tagen wieder. Hinter den Ohren und im Gesicht beginnt der rote Ausschlag. Nach einem Masern-Ausbruch sollten Kinder vier Tage daheim bleiben. Es gibt eine Impfung, die noch bis zu drei Tage nach dem Kontakt zu Erkrankten nachgeholt werden kann. Bei Masern ist schon der Verdacht meldepflichtig.

Mumps
Mumps beginnt in der Regel mit Fieber, grippeähnlichen Symptomen oder Erbrechen und Bauchweh. Charakteristisch ist eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Gegen Mumps werden Kinder gemeinsam mit Masern und Röteln geimpft. Bis zu drei Tage nach dem Kontakt zu Erkrankten kann man die Impfung nachholen. "Die Impfung schützt vor dem Virus und der möglichen Komplikation einer Meningitis, die zu Schwerhörigkeit führen kann", sagt Riedl. Eine mögliche Folge von Mumps sei auch eine Hodenentzündung bei Buben, die zu Unfruchtbarkeit führen kann. Nach Ausbruch der Krankheit sollten Kinder neun Tage dem Kindergarten fernbleiben. Meldepflicht besteht bereits bei Verdacht.

Röteln
Nur bei der Hälfte der Erkrankten tritt roter Ausschlag neben Schnupfen und Fieber auf. Die Krankheit ist bis zu sieben Tage nach Ausbruch ansteckend. Röteln sind meldepflichtig.
(APA)
Foto: APA
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