Wien kämpft gegen "Body Shaming" bei Mädchen

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Body Shaming ist bei den 15- bis 19-Jährigen tief verankert
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Die Zahl der Essstörungen bei Mädchen in Wien hat zuletzt zugenommen. Eine Ursache für die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper liegt im sogenannten Body Shaming, also beleidigenden Äußerungen in von Jugendlichen häufig benutzten Social-Media-Kanälen wie Facebook oder Instagram. Die Stadt will nun mit einer neuen Kampagne jungen Frauen zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen.

Laut jüngstem Wiener Gleichstellungsmonitor wurden 2015 361 Frauen und 49 Männer in Spitälern wegen Essstörungen behandelt. Aufgrund zahlreicher nicht behandelter Krankheitsbilder dürfte die Dunkelziffer noch um einiges höher liegen.

Waren es früher vor allem Models und Stars in einschlägigen Magazinen oder auf Plakaten, die "unrealistische Schönheitsideale" transportiert hätten, habe sich der Fokus inzwischen auf Soziale Medien verlagert. Dort werde man als Normalbürger ununterbrochen Bewertungen ausgesetzt, berichtete Kristina Hametner, Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit.

Das setzt die Jugendlichen unter Druck: Gemäß einer beauftragten Studie unter 171 Teenagern gaben mehr als die Hälfte (52 Prozent) an, dass herabwürdigende oder beleidigende Foto-Kommentare häufig vorkämen - sowohl in Bezug auf Gewicht als auch in Hinsicht auf die Art der Selbstdarstellung.

"Body Shaming ist bei den 15- bis 19-Jährigen tief verankert", sagte Beate Großegger vom Institut für Jugendkulturforschung. Der Nachwuchs leite hier allerdings auch Beobachtungen aus der Erwachsenenwelt ab, wo das Motto den Ton angebe: "In unserer Gesellschaft ist man nur dann etwas wert, wenn man fesch und fit ist. Ansonsten ist man unten durch.".

Die Kampagne "Bauch, Beine, Pommes" soll Mädchen und jungen Frauen nun zu mehr Selbstbewusstsein im Zusammenhang mit ihrem eigenen Körper verhelfen.
(APA)
Foto: APA
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