Was tun, wenn das Kind verrückt nach Videospielen ist?

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Der Anteil am realen Leben sollte größer sein als der am virtuellen Leben
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"Nur noch zehn Minuten!". Eltern können diesen Satz oft nicht mehr hören. Wenn es um Videogames wie Fortnite, FIFA und Co geht, werden aus Minuten oft Stunden. Wie darauf reagieren? Eine Expertin gibt Tipps.

Ginge es nach den Jugendlichen, würden viele am liebsten den ganzen Tag vor Computer oder Spielkonsole hocken. Wie können Eltern einen Riegel vor ausuferndes Gamen schieben?
"Die exzessive Nutzung hat meist eine Vorgeschichte", weiß die Erziehungsberaterin Dorothea Jung. Eltern, die versäumt haben, ihren Sprösslingen von klein auf Grenzen zu setzen, haben es dann schwer, wenn diese ins Teenageralter kommen.

Kinder müssen den Umgang mit digitalen Medien lernen. Zu einer guten Medienerziehung gehört für die Pädagogin deshalb, auf eine gesunde Ausgewogenheit zwischen Erlebnissen und Erfahrungen, die Kinder im realen Leben machen und Erfahrungen aus dem virtuellen Erleben zu achten. "Denn zu einer gesunden Hirnentwicklung gehört Erleben mit allen Sinnen. Nur durch das FIFA-Videospiel allein lernen sie nicht, wie Fußballspielen wirklich geht", erklärt Jung.

Am Beispiel Fußball heißt das: Wie fühlt sich etwa der Ball an, mit dem die Kinder spielen? Ist er schwer oder leicht? Glatt oder rau?" Solche Erfahrungen machen Kinder nicht beim Computerspiel, sondern nur im realen Erleben", erläutert die Erziehungsberaterin. Aus ihrer Sicht sollte bei der Medienerziehung der Anteil am realen Leben größer sein als der virtuelle. Das schließe Fernseh-, Smartphone oder Tabletzeiten ein.

"Um mitzubekommen, was das Kind bewegt, ist es besser, neugierig zu fragen, wie das Spiel geht und es sich zeigen zu lassen", so Jung. Das Spielen dagegen zu verbieten, bringt nichts. "Dann spielt es bei Freunden. Kinder sind da erfinderisch", weiß die Erziehungsexpertin.
Bewährt hätte sich, im Vorfeld Regeln aufzustellen, etwa mit einem Stundenkontingent pro Tag oder in der Woche. "Wichtig ist aber, diese Regeln gemeinsam zu besprechen", empfiehlt Dorothea Jung.
(APA)
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