40 Jahre – 40 Statements: 40 Jahre Frauenhausbewegung in Österreich

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Das Gewaltschutzgesetz trat 1997 in Kraft
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Das österreichische Gewaltschutzgesetz war und ist ein großer Erfolg im Opferschutz und ein Meilenstein in der Gewaltprävention – in vielerlei Hinsicht: Es stärkt Gewaltbetroffene und deren Rechte und nimmt Gewaltausübende in die Verantwortung. Österreich gilt hier als internationales Vorbild und nimmt seither eine klare Haltung gegen Gewalt im privaten Bereich ein. Was früher als „privates Problem“ abgetan wurde, wird auf diese Weise öffentlich aufgezeigt.
Das Gewaltschutzgesetz ist das Resultat einer langen, unermüdlichen und engen Zusammenarbeit der Frauenhausmitarbeiterinnen mit den Gewaltschutzzentren, den Interventionsstellen, der Polizei, Politik und Justiz.
Das Gewaltschutzgesetz trat nach langen Bemühungen schließlich am 1. Mai 1997 in Kraft.
Die Implementierung dieses Gesetzes führte zu einem entscheidenden Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft. Lange Zeit war Gewalt in Österreich ein Tabu, es galt als individuelles Problem der Frau als Betroffene. Nun aber muss nicht mehr das Opfer von familiärer Gewalt die Wohnung und das eigene Heim verlassen, sondern die gewaltausübende Person wird zur Verantwortung gezogen und hat mit Sanktionen zu rechnen – nach der damaligen Devise „Wer schlägt, der geht“. Gewalt an Frauen und Kindern innerhalb der Familie wurde damit erstmals als ein gesellschaftspolitisches Problem anerkannt, dessen Bewältigung Aufgabe des Staates ist.


Text: Verein AÖF
(ep)
Foto: sokaeiko / pixelio.de
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