Sendung ohne Barrieren Nr: 51 Praktische Berufsorientierung

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Jugend am Werk und die Wiener Tafel Berufsorientierung an
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Maja Buric:

Ich heiße Maja Buric. Ich bin 31 Jahre alt. Ich arbeite in der Werkstätte Wurlitzergasse – Hauswirtschaftsgruppe. Das heißt wir kochen Kaffee, bereiten Frühstück vor und bringen das den Leuten hin. Ich bin seit 2 Jahren dort ungefähr. Ich wollte einmal was anderes ausprobieren. Also ich wollte ein Praktikum bei einem Bauernhof machen, weil mich das interessiert. Ich wollte mit den Pferden arbeiten.

Maja Buric:
Also der Rudi Kammerer und der Florian Burger haben mir das gefunden und haben mich gefragt ob ich das ausprobieren will und ich hab gesagt „Ja“. Und ich hab ein Praktikum gemacht und das hat mir gut gefallen. Zuerst war ich bei den Pferden und dann bei den Hasen.
Zuerst wenn wir ankommen, müssen wir uns umziehen. Dann nehmen wir diese Scheibtruhe, auch die Besen und so weiter und dann müssen wir die Scheiße zusammenkehren und in die Scheibtruhe reinschmeißen.

Maja Buric:

Ich wollte das einmal ausprobieren, dass ich einen fixen Job habe. Nicht, dass ich die ganze Zeit in der Werkstätte bin. Ich will einmal ein selbstständiger Mensch werden und auf meinen eigenen Beinen stehen.

Maja Buric:

Ich mach jetzt den Führerschein und bin ein bisschen auf dem Weg. Später werde ich vielleicht heiraten, Kinder haben, mein eigenes Leben leben, vielleicht auch meinen Eltern helfen.

Florian Burger:

Ja, mein Name ist Florian Burger. Mein Kollege der Rudi Kammerer und ich wir sind für die praktische Berufsorientierung für die Jugend am Werk Tagesstrukturen zuständig. Kurz gesagt, die praktische Berufsorientierung möchte Menschen mit Lernbehinderung aus den Tagesstrukturen die Möglichkeit bieten, dass sie am freien Arbeitsmarkt sich ausprobieren, erste Gehversuche machen und das in Form von freiwilligen Praktika. Ohne dabei den Anspruch auf einen Tagesstruktur-platz zu verlieren.


Rudi Kammerer:

Das Ganze ist nur zustande gekommen, weil der Fonds Soziales Wien den Menschen in den Tagesstrukturen die Möglichkeit gibt, 65 Tage in einem Betrieb beziehungsweise in einem Kalenderjahr reinzuschnuppern und sich Tätigkeiten dort anzuschauen. Dadurch ergeben sich auch wunderbare Möglichkeiten auch für die Firmen, die sich denjenigen anschauen können und sagen können „Wow, der passt super zu uns.“

Florian Burger:

Ja damals vor zwei Jahren hat alles begonnen. Das damalige Ziel war, eine Durchlässigkeit in den Tagesstrukturen zu schaffen und zu erhöhen, was auch gelungen ist. Durch die starke Nachfrage der Menschen aus den Tagesstrukturen sah man sehr bald, dass es ein Riesenbedarf war, diese Lücke zu schließen. Nämlich einerseits die Tagesstrukturen, die nicht die Endstation bedeuten sollen und andererseits die berufliche Integration, durch dieses Angebot zu verbinden und beiden Seiten eine gewisse Durchlässigkeit zu geben.

Florian Burger:

Die Bandbreite kann gehen von einem Berufsorientierungstag, um ein Berufsfeld kennen zu lernen, bis hin zu einem Dienstverhältnis. Und zu zweit haben wir natürlich auch die Möglichkeit, dass wir jetzt auch Gruppenvolontariate anbieten können, wo wir gleich mehrere Personen abholen können und diese begleiten können. Was natürlich alleine schwierig war.

Martin Sommereder:Ich heiße Martin Sommereder, bin 51 Jahre und seit 37 Jahren in der Speckbachergasse Gruppe 3, Jugend am Werk

Martin Sommereder:

Wir sortieren die faulen aus, das werden Sie eh dann sehen. Aussortieren, so wie beim Aschenputtel. Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Töpfchen. Das tut mir gut für die Seele. Da bau ich auf uns so. Die Wiener Tafel ist für die armen Leute. Ich schau immer so Dokumentationen an. Hab ich gesehen Afrika, da sind arme Leute. Das hier ist nur für Wien. Da kommen große Wagen und dann holen sie das ab und so weiter.

Theresa Seitz:

Die Wiener Tafel ist eine Organisation die Lebensmittel rettet, also aus der Lebensmittelverschwendung bringt sie Lebensmittel zu Armutsbetroffenen. Wir sind hier am Großmarkt. Wir haben hier einen Standort seit einem guten halben Jahr mit der Möglichkeit, Lebensmittel auch kühl zu stellen. Das hatten wir davor noch nicht.

Theresa Seitz:

Wir haben eine Kooperation mit Jugend am Werk ziemlich schnell nachdem wir hier den Standort eröffnet haben. Die kommen ein Mal in der Woche immer freitags mit einer Gruppe und helfen uns so wie unsere Ehrenamtlichen auch gemeinsam mit den Ehrenamtlichen beim Lebensmittel aussortieren, Vorbereiten für die Liefertouren und funktioniert ganz, ganz großartig. Für uns ist das eine super Unterstützung.

Martin Sommereder:

Die Arbeit ist leiwand und so. Und so weiter. Ich tu gern so Gemüse aussortieren. Das hab ich kennen gelernt und das tu ich jetzt weiter machen.

Martin Sommereder:

Gern möchte ich wieder arbeiten. Mein Wunsch ist einmal – was glaubst? – so wieder Kabeln aussortieren für den Computer. Da war ich gern. Da hab ich den Computer kennengelernt und jetzt hab ich das hier gelernt.
(ep)
Foto: Sendung ohne Barrieren
Video: Gebärdenwelt