Internationaler Tag der Fauna und Flora

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Österreich gehört zu den artenreichsten Ländern
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Belinda:
Heute ist der Tag der Fauna (Tierwelt) und Flora (Pflanzenwelt). Frau Hoffmann steht uns heute für ein Interview zur Verfügung.
Was macht die Artenvielfalt in Österreich so besonders?

Wiebke Hoffmann:
Im mitteleuropäischen Vergleich liegt Österreich bei der Artenvielfalt ganz weit vorne. Das heißt, wir sind fast das artenreichste Land, mitteleuropäisch gesehen. Warum ist das so? Wir haben extrem viele verschiedene Landschaftsformen, von den Alpen angefangen, über Wälder, Seen, Moore und da kommen natürlich auch sehr viel verschiedene Arten vor. Wir haben auch viele endemische Arten, das heißt Arten, die nur in Österreich vorkommen. Das ist zum Beispiel das steirische Federgras bei den Pflanzen oder bei den Tieren ist das die österreichische Heideschnecke. Es gibt ca. 500 Tierarten und 100 Pflanzenarten, die wirklich nur in Österreich vorkommen.

Belinda:
Welche heimischen Tiere stehen auf der roten Liste und warum?

Wiebke Hoffmann:
Es stehen fast 3000 Tierarten auf der roten Liste. Davon sind 2300 Insektenarten. Und ca. 40% der Farn- und Blütenpflanzen stehen auch auf der roten Liste. Um jetzt ein paar Beispiele zu bringen, bei den Tieren sind es vor allem die europäische Sumpfschildkröte, die Kreuzotter, der Dachs oder der Feldhamster. Der Grund dafür ist leider oft der Mensch und die Zerstörung bzw. Zerstückelung ihres Lebensraumes, so dass sie dann keine Nahrungsgrundlage mehr haben oder auch keine Rückzugsorte mehr haben.

Belinda:
Welche Auswirkungen hat das Aussterben von gewissen Tierarten?

Wiebke Hoffmann:
Ich vergleiche ein Ökosystem, in dem Tierarten vorkommen, immer extrem gerne mit einem Jenga-Turm, diesem Jenga-Spiel. Man kann einige Arten daraus entfernen, ohne dass das Ökosystem zusammenbricht. Aber irgendwann entfernt man eine Art zu viel und das gesamte Ökosystem bricht zusammen. Deswegen ist jede Art wichtig für das Ökosystem, in der Nahrungskette, sowohl die ganze ökologische Bedeutung, deswegen ist jedes einzelne Tier extrem wichtig.
Belinda:
Wie setzt sich der Tiergarten Schönbrunn für den Artenschutz in Österreich ein?

Wiebke Hoffmann:
Unser Beitrag ist extrem vielfältig. Wir haben zum Beispiel Auswilderungsprogramme, da ist der Bartgeier oder der Habichtskauz. Da geben wir immer Jungtiere von uns ab in ein Projekt und die werden dann wieder ausgewildert, zum Beispiel der Bartgeier im Alpenraum und der Habichtskauz im Wildnisgebiet Dürrenstein oder im Biosphärenpark Wienerwald. Ohne Zoos und Zuchtstationen gäbe es den Bartgeier zum Beispiel gar nicht mehr. Der war ja ausgestorben und ist dann mit Hilfe von Zoos und Zuchtstationen wieder zurückgekehrt in den Alpenraum. Wir tun auch sehr viel für die heimische Tierwelt, die hier im Tiergarten ist, jetzt hier um uns herum. Wir haben Benjeshecken, wo sich die Reptilien zurückziehen können und wir haben Einstiegshilfen hier bei den Teichen, z.B. für die Amphibien, die hier vorkommen, damit es für sie leichter ist rein- und rauszukommen. Wir haben Brutkästen für die Vögel, damit sich die Tiere, die schon vor uns da waren, auch weiterhin wohlfühlen.
Belinda:
Heute hatten wir ein interessantes Thema. Für mehr Informationen zu den Projekten klicken Sie bitte unten.
(ep)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt