Tag des Eisbären mit Interview

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Artenschutz geht uns alle an
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Belinda Brunnbauer: Hallo und herzlich willkommen hier im Zoo Schönbrunn, heute ist der Tag des Eisbären. Es gibt hier zwei getrennte Gehege, die neu eröffnet wurden. Ein Eisbär muss sich noch an das neue Umfeld gewöhnen und sie werden später zusammengeführt. Wir haben heute einen besonderen Gast hier:

Wiebke Hoffmann: Hallo und herzlich willkommen im Tiergarten Schönbrunn. Mein Name ist Wiebke Hoffmann und ich bin die Kuratorin für Forschung und Artenschutz hier. Das heißt, ich koordiniere die Forschungsprojekte, die hier laufen, die Artenschutzprojekte. Ein Artenschutz-Projekt ist auch der Eisbär und der hat ja heute seinen großen Tag. Deswegen befinden wir uns hier direkt vor dem Eisbären-Gehege. Ich freu mich schon drauf, euch etwas über den Eisbären erzählen zu können.

Brunnbauer: Wie viele Eisbären gibt es derzeit auf der Welt?

Hoffmann: Diese Frage ist extrem schwer zu beantworten. Die Eisbären kommen ja in der Arktis vor. Das ist ein riesiges, unzulängliches Gebiet, wo man nur sehr schwer hinkommt, weil die Straßen und die Flugplätze fehlen. Das heißt, es ist sehr schwer für die Forscher und Forscherinnen wirkliche Bestandszahlen aufnehmen zu können. Genau deswegen gibt es leider keine genauen Zahlen. Gerade die Zahlen von Russland und Grönland fehlen. Da ist es sehr schwer hinzukommen, weil da wirklich die Straßen fehlen. Und deswegen kann man leider keine genaue Bestandschätzung angeben.

Brunnbauer: Wie kann man in Österreich den Eisbären helfen?

Hoffmann: Man kann sehr gut helfen, indem man klimafreundlich lebt. Das ist vielleicht leichter gesagt als getan, oder was heißt das eigentlich? Das heißt Strom sparen oder wenn man rausgeht, daran denken, dass man das Licht ausschaltet. Und dass man saisonal und regional einkauft, Müll trennt und Plastik vermeidet so gut es geht und vielleicht auch kleinere Wege zu Fuß oder mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegt.

Brunnbauer: Wann werden die Eisbären voraussichtlich komplett ausgestorben sein?

Hoffmann: Wir arbeiten mit einer Organisation zusammen, die heißt Polar Bears International, also kurz PBI. Laut dieser Organisation wird ca. 2050 zwei Drittel der Eisbärenpopulation verschwunden sein. Wenn es so weitergeht mit dem Klimawandel wie bis jetzt, dann wird bis 2100 wahrscheinlich die komplette Population verschwunden sein.

Brunnbauer: Was hat Sie dazu bewegt, sich für den Artenschutz einzusetzen?

Hoffmann: Seitdem ich denken kann oder seitdem ich ein Kind bin, war ich immer schon extrem gerne im Wald unterwegs, hab die Natur geliebt und hab dann einfach während meines Studiums gedacht, ich will etwas für die Natur tun. Ich habe dann auch Biologie studiert und mich auf den Artenschutz spezialisiert und es war die beste Entscheidung. Einfach weil wir Teil von dem Ökosystem sind und genau deswegen ist es auch so erhaltenswert.

Brunnbauer: Danke für dieses interessante Interview! Jetzt wissen wir alle mehr über den Artenschutz und die Eisbären.
(ep)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt