Nonmanuals: Mimik, Kopf- und Körper – Bewegungen der nicht-manuellen Elemente im Fokus der ÖGS-Forschung

Loading the player ...
SIGNNONMANUALS – IN DEN NÄCHSTEN DREI JAHREN WIRD WIEDER AN DER GRAMMATIK DER ÖGS GEFORSCHT
+ - Textgröße ändern
Text drucken
"Signnonmanuals – Der Beitrag nicht-manueller Elemente zur Syntax der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS)" ist ein Projekt, das die Österreichische Gebärdensprache im Rahmen der Sprachwissenschaft erforscht.
Das Projekt knüpft an das Projekt "Segmentierung und Strukturierung von Texten in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS)" an, das von 2011 bis 2015 von einem Team bestehend aus gehörlosen und hörenden Linguist/innen und Translationswissenschaftler/innen durchgeführt wurde. In diesem Projekt wurden gehörlose und hörende Informant/innen gebeten, ÖGS-Texte in Segmentationseinheiten zu untergliedern. Anschließend gaben die Informant/innen an, welche sprachlichen und interaktiven Elemente sie für die Unterteilung herangezogen hatten. Die Ergebnisse zeigen eine Vielzahl an manuellen Elementen (= Bewegungen der Hand) sowie nicht-manuellen Elementen (= Bewegungen des Gesichts, Kopfs und Körpers - sprich "nonmanuals"). Als Besonderheit zeigte sich aber die Sprachwahrnehmung von Gebärdensprachverwendern/innen und jenen Personen, die nicht ÖGS-kompetent sind. (Ergebnisse siehe Link unter Text). Auch wurden einige nicht-manuelle Elemente der ÖGS hinsichtlich ihrer Funktion in Sätzen untersucht.

Das aktuelle Forschungsprojekt widmet sich ausschließlich diesen nicht-manuellen Elementen. Dazu zählen Kopf-und Körperbewegungen sowie Bewegungen der Augenbrauen und des Mundes. Ziel des neuen Projektes ist es, das grammatikalische System, das hinter der ÖGS steckt, mit Hilfe ihrer nicht-manuellen Elemente besser beschreiben zu können. Es soll gezeigt werden können, welche Funktion diese Elemente beim Aufbau von Sätzen und satzähnlichen Strukturen in der ÖGS haben.
Dazu werden zunächst weitere Filmaufnahmen von Gehörlosen, die die Gebärdensprache als Erstsprache verwenden, gemacht. Diese Filmaufnahmen werden dann von anderen gehörlosen Informant/innen annotiert (= mit Anmerkungen, die die Grammatik des gebärdeten Textes beschreiben, versehen). Mit Hilfe dieser Annotationen und einer grammatischen Analyse der gebärdeten Video-Texte soll das grammatikalische System der ÖGS dann besser beschrieben werden.
Das Projektteam besteht aus hörenden und gehörlosen Mitarbeiter/innen aus Österreich (Projektteam siehe Link unter Text). Es ist an das Institut für Sprachwissenschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz angegliedert. Das Zentrum für Gebärdensprache und Hörbehindertenkommunikation (ZGH) der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt ist nationaler Forschungspartner. Neben dieser und weiterer nationaler Zusammenarbeit, wie etwa mit dem Fachbereich Österreichische Gebärdensprache am ITAT, Karl-Franzens-Universität Graz, gibt es auch internationale Kooperationspartner. Finanziert wird das Projekt, wie schon das vorausgehende Projekt, durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Auf einer Homepage, die laufend aktualisiert wird, sind der Projektfortschritt und die Forschungsergebnisse einsehbar.

Die Kontaktdaten und mehr Informationen über das Projekt auf ÖGS, Deutsch und Englisch finden sich unter: http://signnonmanuals.aau.at/home
Projekt-Team: http://signnonmanuals.aau.at/node/596
Ergebnisse des Vorgängerprojekts: http://signnonmanuals.aau.at/node/551
(ep)
Foto: Gebärdenwelt
Video: Gebärdenwelt